Montag, 30. März 2015

Reckless: Das goldene Garn [Rezension]

Cornelia Funke ist einer jener Autorennamen, die mich bereits seit meiner Kindheit begleiten. Mit 10 las ich begeistert Der Herr der Diebe, woraufhin ich selbst einmal die Stadt Venedig kennen lernen wollte. Mit 14 begann ich die Tintenwelt Trilogie und fand über diese Lektüre auch einige enge Freundschaften, die bis heute anhalten. Mit 19 schließlich entdeckte ich den ersten Band der Reckless Reihe, fand damit aus einer langen Leseflaute und heute mit 24 habe ich mir natürlich auch sogleich den dritten Band davon geschnappt.



Inhalt:


Die Reise von Jacob Reckless und seiner treuen Gefährtin Fuchs geht weiter, abermals versuchen sie Jacobs Bruder vor dieser Welt zu bewahren und geraten damit an einen weit überlegenen Feind. Bei dem Versuch Will aufzuhalten, führt ihr Weg sie weit in den Osten der Spiegelwelt und damit in die Fänge einer Baba Jaga und vieler anderer Gestalten.


Mistys Meinung:


Wie bereits erwähnt lese ich bereits seit vielen Jahren die Bücher von Cornelia Funke und konnte mich stets für ihre Geschichten begeistern. Allerdings muss ich jetzt gleich zu Beginn erwähnen, dass ich mich in dieser Zeit nicht zuletzt literarisch weiterentwickelt habe. Damit meine ich vor allem, dass mein Anspruch sehr gestiegen ist, vor allem bezogen auf die sprachliche/stilistische Umsetzung von Büchern. Früher hielt ich die Autorin schlichtweg für das "Non plus Ultra" was die sprachliche Gestaltung ihrer Geschichten anging und las ganz ehrfürchtig manche ihrer bildreichen Passagen mehrmals.

Heute muss ich gestehen, dass mir manche der übertrieben bildlichen Formulierungen ein wenig peinlich sind und es mir lieber wäre, wenn sie versuchen würde ein wenig einfacher zu formulieren würde und anstatt zu versuchen möglichst poetisch zu klingen. Aber die Autorin bleibt sich in dieser Hinsicht nunmal treu und kann damit vermutlich sehr viele jüngere Leser ebenso für sich begeistern wie mich damals.

Abgesehen davon fand ich die Geschichte von Jacob Reckless wieder sehr fesselnd und ebenso spannend. Inhaltlich könnte ich mir nicht mehr wünschen, denn ich liebe Märchenmotive und finde es wundervoll, dass in diesem Band auch weniger bekannte Gestalten aus russischen Märchen ihren Auftritt haben. Ähnlich wie in ihrer Tintenwelt Trilogie wird auch das Leben in der Spiegelwelt keineswegs von der Autorin idealisiert, im Gegenteil, in gewisser Weise lässt sich auch diese Geschichte durchaus als gesellschaftskritisch bezeichnen. Natürlich weniger in Bezug auf die märchenhaften Figuren, als vielmehr in Hinsicht auf die frühere Zeit der Industrialisierung, welche in dieser Welt noch in vollem Gange ist.

Die Stimmung ist auch in diesem Band großteils eher düster, aber gerade das macht für mich auch den Reiz aus. Die Protagonisten müssen nicht nur mit ihrer Umwelt zurecht kommen, sie haben auch innere Konflikte zu bewältigen, welche ihnen Entscheidungen maßgeblich erschweren. Dadurch wird man als Leser immer wieder auf die Folter gespannt und fühlt mit den Hauptfiguren. Somit wird für eine Mischung gesorgt, die einen das Buch nur selten aus der Hand legen lässt.


Fazit:


Wenn man den zum Teil etwas übertrieben poetischen Stil Funkes aktzeptieren kann, wird man dafür mit einer Geschichte über eine herrliche Welt belohnt, welche wieder viele neue märchenhafte Elemente zu bieten hat und ihre Figuren stets auf Trab hält.

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Titel: Reckless (3: Das goldene Garn)
Autorin: Cornelia Funke
Sprache: Deutsch
Gebundene Ausgabe: 464 Seiten

Mittwoch, 25. März 2015

Gemütliches Lesemiteinander #4 [Aktion]

http://samtpfotenmitkrallen.blogspot.co.at/

Hallo allerseits und auf zu einem weiteren Lesemiteinander. Da ich gerade erst von der Arbeit gekommen bin und mein PC noch ein paar Abstürze hingelegt hat, steige ich auch heute ein wenig verspätet ein.

Update 18:00 Uhr


1. Was liest du heute?

Ich lese heute Judas von Amos Oz.

2. Wo liest du heute und wie sieht dein Leseplatz aus?  

Heute werde ich es mir auf meiner Couch gemütlich machen

3. Hast du dir für heute ein Leseziel gesetzt?

Wie immer keines. Ich bin froh, wenn ich bis 21:30 Uhr durchhalte, ehe ich dem Schlaf nachgebe.

Update 19:30 Uhr


1. Welche Erwartungen hast du an den heutigen Abend, was für Überraschungen erwartest du?

Keine Erwartungen, außer, dass ich das Buch in vollen Zügen genießen werden. Eine Überraschung wäre es wenn ich bis 22 Uhr durchhalte.

2. Fällt es dir schwer, dein Bücherregal auszumisten, gibts du oft Bücher weiter?  

Beim Regalausmisten kommt es darauf an, ob mir ein Buch gefallen hat oder nicht. Wenn ich es grässlich fand, und solche Bücher gibt es durchaus, bringe ich es nur zu gerne zur Büchertankstelle.Also da zerre ich schon desöfteren einige Bücher hervor.

3. Suche drei Bücher aus deinem SuB-Regal/-Stapel heraus, die du eigentlich am liebsten sofort lesen möchtest und stelle sie uns kurz vor.


Diese Bücher würde ich eigentlich am liebsten sogleich zu lesen beginnen und vermutlich werde ich sie mir auch als nächstes schnappen, sofern meine Stimmung dafür stimmt.

Freitag, 20. März 2015

Dunkelsprung [Rezension]

Da liest man und liest man und irgendwie bekommt man trotzdem kaum Bücher weiter. Kennt noch jemand dieses Gefühl? Mir geht es aktuell wirklich so, dabei nehme ich mir soviel Zeit wie nur irgend möglich für meine Bücher und trotzdem habe ich mit diesem Buch erst das dritte Buch des Monats abgeschlossen.


Inhalt: 


Julius Birdwell, der Flohzirkusdirektor schlägt sich mit Goldschmiedearbeiten recht passabel durchs Leben, während es ihm sogar noch gelingt seine dunkle Vergangenheit zu verbergen. Auch der Privatdetektiv Frank Green hat Schwierigkeiten mit seiner Vergangenheit und weiß eigentlich gar nicht so recht in welcher Verbindung er mit dem dubiosen Samuel Black steht. Als sich Julius und Frank zusammen schließen um eine verschwundene Nixe machen sie sich unweigerlich den mächtigen Isaac Fawkses zum Feind, der eine noch viel dunklere und längere Vergangenheit als die beiden gemeinsam hat.

Mistys Meinung:


Und schonwieder habe ich mich zu einem Spontangriff verleiten lassen und mir dieses Leseexemplar kurzerhand gekrallt. Leonie Swanns erste Bücher Glennkill und Garou sind mir zwar ein Begriff, allerdings hatten sich mich thematisch trotz der netten Idee nie wirklich interessiert. Ein wenig Magie, schräge Charaktere inklusive eines Flohzirkus spricht mich da schon viel eher an.

Was mir an diesem Buch aber wirklich sogleich positiv auffiel war die ausgesprochen gelungen bildhafte und vor allem atmosphärische Sprache. Es gibt so viele Autoren, die wundervoll mit Sprache umgehen können und diese herrlich mit dem Inhalt verflechten und diesen dadurch wiederum herrlich zu formen wissen, aber selten fühle ich mich dabei so gut unterhalten wie bei diesem Buch. Die Formulierungen der Autorin sind so treffend und passen sich der Stimmung und den Situationen gerade zu Beginn der Handlung derart gut an, dass ich vor allem die Bewegungen der Figuren bildhaft vor Augen hatte. Da sich viele Passagen um Springen bzw. Flohsprünge dreht ist dieses Talent der Autorin nicht unerheblich. Zudem hat sie einige Wortwitze und ähnliche Spielereien parat, die mich oftmals schmunzeln ließen.

Rein inhaltlich muss ich jedoch sagen, dass ich die Idee mit den liebevollen Verrückten persönlich nicht ganz so schätze und auch die vielen wundersamen Wesen findet man eigentlich in recht vielen Urban Fantasy Büchern. Insofern konnte mich die Handlung nicht immer gleich packen, zur Mitte hin ebbte mein Interesse bzw. die Spannung ein wenig ab.

Allerdings wurden schließlich doch wieder interessante Details eingebaut, die eben ihre Zeit brauchten, sodass ich auch einige "Aha-Momente" während des Lesens hatte. Das Ende fand ich zudem wieder recht gelungen und könnte mir persönlich keinen besseren Ausklang für die Geschichte wünschen.


Fazit:


Ein vor allem sprachlich sehr glungenes, amüsant geschriebenes Buch, das zwar mit nicht ganz neuen Ideen aufwartet, diese jedoch liebevoll umzusetzen weiß.

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Titel: Dunkelsprung
Autorin: Leonie Swann
Sprache: Deutsch
Gebundene Ausgabe: 384 Seiten

Dienstag, 17. März 2015

Extinction [Rezension]

Gerade neulich habe ich noch groß verkündet, dass definitiv die Zeit gekommen ist endlich meinen Stapel mit den ungelesenen Büchern abzubauen, doch dann entdecke ich ein Leseexemplar dieses Buches und kann mal wieder nicht widerstehen. Dabei bin ich eigentlich kein großer Thriller-Leser, aber das Cover ist so toll und überhaupt...

Inhalt:


Der Söldner Jonathan Yeager wird von der amerikanischen Regierung für einen streng geheimen Auftrag im Kongo angeworben. Da sein Sohn schwer krank ist und die Behandlung die Familie bereits in die Schulden getrieben hat sagt er schließlich zu. Der Auftrag entpuppt sich jedoch als Mordmission an einem Pygmäenstamm im Urwald, angeblich auf Grund einer anstreckenden Virusinfektion. Schnell kommen dem Söldner jedoch Zweifel an dieser Begründung

Mistys Meinung:


Eigentlich interessiere ich mich überhaupt nicht für Geschichten, die auf einer Epidemie und ähnlichen Bedrohungen für die Menschheit aufbauen. Doch dieses Buch konnte mich schließlich mit seinem Cover und dem auch recht packenden Titel gewinnen. Dafür bin ich sehr dankbar, denn ich war mit diesem Buch wirklich sehr gut unterhalten.

Die Geschichte der Virusinfektion ist zwar auf dem Klappentext zu finden, allerdings -ohne zuviel zu spoilern- tut sich in diesem Buch noch sehr viel mehr und so steht eine ganz andere Bedrohung für die Menschheit im Vordergrund der Geschichte. Dies war eine sehr angenehme Überraschung für mich und so konnte mich die Geschichte noch viel schneller für sich gewinnen.

Inhaltlich wird der Handlungshintergrund sehr ausführlich und vor allem sehr wissenschaftlich beschrieben. Somit gab es also einige Passagen, da ich als Laie vollkommen ausgestiegen bin, mit Genetik und Vererbung konnte ich zwar noch etwas anfangen, die pharmakologischen Vorgänge und Experimente waren jedoch weit jenseits meines Verständnisses. Damit hatte ich persönlich jedoch überhaupt kein Problem, denn selbst wenn sie Schwindel gewesen sein mögen, die Geschichte wirkte dadurch recht authentisch und logisch.  Gerade bei einem Thriller, der sich in seiner Idee sehr weit hinaus wagt war eine solche wissenschaftliche Basis definitiv ein Muss! Mich persönlich regen ja dystopische bzw. pseudoapokalyptische Geschichten, die keine glaubhafte Basis bieten können immer ungemein auf, dieses Buch sichert sich diesbezüglich jedoch mehr als genug ab.

Abgesehen davon tut sich auch auf spannungsmäßiger Ebene einiges, die Protagonisten geraten vermehrt in Konflikte und es finden sich zahlreiche unerwartete Wendungen und interessante Überraschungen für den Leser. Diesbezüglich macht das Buch seinem Genre auf jeden Fall alle Ehre.

Etwas bedenktlich bzw. erschreckend waren einige Beschreibungen des Autors bezüglich der Kriegshandlungen im Kongo, der die Figuren auch mehrmals direkt betrifft. Die Beschreibungen waren zum Teil wirklich sehr erschreckend für mich und ich bin garantiert nicht zart besaitet. Allerdings muss ich zugeben, dass die meisten wohl wahrheitsgemäßig wiedergegeben wurden, der Autor hat auch diesbezüglich sicherlich ausreichend recherchiert. Ein jeder Leser sollte sich allerdings bewusst sein, dass ihn sehr realistische und grausame Passagen diesbezüglich erwarten.

Letztlich fand ich das Ende ein klein wenig lasch, verglichen mit der Brisanz des restlichen Buches, aber grundsätzlich kann ich diesen Umstand jetzt auch nicht wirklich kritisieren, denn ansonsten hat das Buch wirklich alles zu bieten, was man sich von einem Buch mit dieser Thematik erwartet.


Fazit:


Ein durchgehend spannender, auf allen Gebieten wissenschaftlich einwandfreier bzw. zumindest sehr gut recherchiertes Thriller, der mir das Genre auf jeden Fall wieder sehr schmackhaft gemacht hat. Wer also auch bereit ist sich brutaleren Kriegsbeschreibungen zu stellen, dem kann ich dieses Buch gerne empfehlen.

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Titel: Extinction
Autor: Kazuaki Takano
Sprache: Deutsch
Taschenbuch: 560 Seiten