Sonntag, 6. Januar 2019

Die Unsterblichen [Rezension]

Nach langer Zeit wieder zu meinem vergessenen Sonntagsritual zurückzukehren - nämlich in Ruhe ein wenig durch befreundete Literaturblogs zu surfen und anschließend noch selbst eine Rezension verfassen- fühlt sich heute richtig schön entspannend an. Gut, dass ich zumindest noch ein Buch ausständig habe.


Inhalt:


Wie würdest du leben, wenn du wüsstest, an welchem Tag du stirbst? Sommer 1969: Wie ein Lauffeuer spricht sich in der New Yorker Lower East Side herum, dass eine Wahrsagerin im Viertel eingetroffen ist, die jedem Menschen den Tag seines Todes vorhersagen kann. Neugierig machen sich die vier Geschwister Gold auf den Weg. Nichtsahnend, dass dieses Wissen für jeden von ihnen auf unterschiedliche Weise zum Verhängnis wird.

Mistys Meinung:


Na wenn das nicht einmal eine spannende Idee für einen Roman ist! Die Grundfrage hinter diesem Buch fand ich nach Lesen des Klappentexts wirklich besonders und war sehr neugierig auf die Umsetzung. Zu Beginn bin ich eigentlich auch gleich sehr gut in die Story eingestiegen, gerade die Atmosphäre im heißen New York der auslaufenden 70er Jahre fand ich sehr gelungen und habe die jungen Figuren gerne begleitet.

Die Schicksale der Geschwister werden daraufhin einzeln ausgerollt, hintereinander werden also deren Werdegänge nach dem Besuch bei der Wahrsagerin abgehandelt. Gerade bei Simon, dem Jüngsten der vier Geschwister war ich sehr involviert und auch die Message der Autorin dahinter fand ich -wenngleich ziemlich unübersehbar- gelungen. Dann geriet die Erzählung jedoch für mich persönlich ein wenig ins Stocken bei den anderen drei Geschwistern. Natürlich findet man je nach Lesercharakter nicht jede Figur gleich sympathisch und ich glaube, genau das war bei mir auch der Fall. Rastlose Müßiggänger wie die jüngste Schwester dieses familiären Quartetts kann ich wohl persönlich schlichtweg wenig leiden, dementsprechend habe ich die Geschichte auch nicht mehr ganz so genossen.

Und ich weiß ehrlich gesagt auch nicht genau, ob mir die jeweiligen Botschaften der Autorin hinter einer jeden Geschichte nicht etwas zu aufdringlich waren. Man merkt nunmal doch sehr stark, dass eine jede der vier Figuren einem bestimmten Zweck dient. Irgendwo ist es ganz schön ein solches System hinter einem Roman zu haben, andererseits bin ich über etwas subtilere Verstrickungen meist mehr erfreut. Aber das mag auch nur meiner aktuellen Leselaune entsprochen haben.

Im Großen und Ganzen ist es ein solider Roman, der eine spannende Idee eigentlich ganz solide aufbaut. Alles Übernatürliche wird weder abgelehnt noch bestätigt, ein jeder Leser darf also selbst entscheiden ob er ein Freund des Zufalls oder des Schicksals selbst ist -sowas mag ich eigentlich immer recht gerne.

Fazit:


Wirklich sehr spannende Grundidee, die aber für meine Augen sehr systematisch abgehandelt wird. Sie lässt sich aber trotzdem großteils gut lesen und die ein oder anderen Gedanken kann man sich als Leser dabei druchaus machen.

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Titel: Die Unsterblichen
Autorin: Chloe Benjamin
Verlag: btb
ebook: 480 Seiten
Sprache: Deutsch

Kommentare:

  1. Liebe Misty

    Auch ich finde die Idee für diesen Roman sehr spannend und habe bis jetzt einige Rezensionen gelesen, die das Buch eher mittelmässig bewertet haben. Ich setze es mir nun nach deiner ausführlichen Begründung nicht auf die Liste. "Gut zu lesen, aber zu systematisch abgehandelt" reicht meiner Meinung nach nicht aus.

    Alles Liebe
    Livia

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    1. Hello :)

      Ja genau, es war jetzt nicht per se ein schlechtes Buch, aber ich habe es tatsächlich bislang nicht weiter empfohlen weil es dann auch irgendwie auch nicht gut genug war. Insofern, lieber weiter zu anderen Buchabenteuern!

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