Sonntag, 24. Juni 2018

When Amber shines in Neon Light [Rezension]

Ich lese Mangas. Ja, wirklich. Nicht nur Comics. Genau genommen sind diese kurzen, leichten, mitunter durchaustiefsinnigen Bändchen nämlich der perfekte Leseschmaus für zwischendurch. Allerdings habe ich sie bislang noch nicht rezensiert, weil ich schlichtweg nicht wusste wie. Einzeln, oder als ganze Reihe, oder in Grüppchen? Alles nicht ideal, aber bei einem Einzelband brauche ich mir diese Fragen gar nicht lange zu stellen, also versuche ich mich nun einmal einfach damit.


Inhalt:


Yusuke ist Türsteher eines Nachtclubs und hat Schwierigkeiten seine Gefühlsregungen auch mittels seiner Mimik zu zeigen. Doch der junge Tunichtgut Masaki, der in seinem Club gerne ausgelassen feiert entlockt ihm schließlich doch ein Lächeln, das den Beginn einer besonderen Freunschaft darstellt.

Mistys Meinung:


Wer es aus dem Klappentext noch nicht erraten konnte; innerhalb der Manga Genres habe ich ein gewisses "Guilty Pleasure" Genre: Yaoi. Wer sich selbst noch nicht mit Mangas beschäftigt hat, dem verdeutliche ich es gerne mit der englischen Bezeichnung "boys love". Ich liebe diese tatsächlich sehr romantischen, mitunter ziemlich expliziten Geschichten, die zwei männliche Hauptfiguren haben.

Daher war ich sehr froh, als ich rein zufällig beim Verräumen in der Arbeit auf diesen "One-Shot" gestoßen bin. Einzelbände sind in dieser Szene rar, aber ich lasse mich umso lieber auf Geschichten ein, wenn ich weiß, dass sie sich nicht auf 250 weitere Bände strecken werden (diese Zahl ist nicht mal übertrieben). Was die Story für mich aber wirklich auszeichnete war , dass sie eine wirklich solide und auch plausible Liebesgeschichte zwischen zwei unterschiedlichen Charakteren beschreibt. Trotz der wenigen Seiten haben die beiden Zeit eine Verbindung zueinander aufzubauen, die glaubwürdig wirkt und dennoch nichts von ihrer Liebenswürdigkeit verliert.

Ein wenig wird der Leser natürlich trotzdem hingehalten, aber es gibt kein lästiges "Hin-und-Her", das sich unnötig strecken würde, so wie man es sonst in New Adult Büchern und einigen anderen Mangas erträgt. Die Figuren hegen gängige Zweifel und gerade die Ängste bzw. die Reaktion von Yusuke, der bislang lediglich Beziehungen zu Frauen hatte, fand ich nachvollziehbar. Also tatsächlich ein Plot mit unerwartet realistischen Zügen. Den Zeichenstil mochte ich im Übrigen sehr. Auch wenn er natürlich unverkennbar allen japanischen Comics gleicht war er gerade was die Augengröße etc. angeht im gemäßigten Bereich. Also man muss definitiv kein Hardcorefan sein um sich mit den Bildern wohl zu fühlen.

Trotzdem sollte man sich aber vor dem Lesen klar sein, dass gerade bei Yaoi die Liebe auch auf körperlicher Ebene zum Ausdruck kommt, was bei Zeichnungen nunmal explizit der Fall ist (ich zwinkere gerade virtuell). Was aber gerade bei den japanischen Mini-Zensuren sogar ziemlich amüsant ist. Wer darauf gefasst ist, dem kann ich diesen Band aber auf jeden Fall auch als Einstieg empfehlen.

Fazit:


Ein toller Manga, mit einer überraschend realistischen Story, die für mich auf allen Ebenen sehr plausibel war und trotzdem nichts von ihrer Romantik verliert.

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Titel: When Amber shines in Neon Light
Autorin/Mangaka: Ogeretsu Tanaka
Verlag: Egmont Manga
Sprache: Deutsch
Softcover: 210 Seiten

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