Mittwoch, 13. Februar 2013

Buchgeflatter [News]

Da ich momentan -nicht zuletzt zur Gewissensberuhigung- die Meinung vertrete, dass ein möglichst großer SuB mehr Vorteile als Nachteile mit sich bringt (gute Auswahl bei Leseunentschlossenheit) habe ich für Nachschub auf dem Friedhof gesorgt. Da sowohl Nabu als auch Pilgrim momentan nicht für ein Foto verfügbar sind, musste Baby-Pilgrim die Rolle des Maskottchens übernehmen. Tapfer weiß er/sie/es (?) die neusten Errungenschaften zu präsentieren:



  • Mary Shelley: Frankenstein
Nach "Dracula" und "Das Bildnis des Dorian Gray" will ich auch diesen Weltliteratur-Klassiker gelesen haben.

  • Robert Louis Stevenson: Dr Jekyll and Mr Hyde
Auch für dieses Buch trifft die soeben erwähnte Motivation zu.

  • Markus Heitz: Ritus
Eigentlich habe ich auf einem anderen Blog lediglich das Schlagwort "Werwolf" in einer Rezension dazu entdeckt. Absolut ausreichend für einen Kauf.

  • Albert Sánchez Pinol: Pandora im Kongo
Nachdem mich sein erstes Buch so begeistern konnte (zur Rezension ) wollte ich auch gleich das nächste Buch von diesem Autor in meinem Besitz wissen.

Sonntag, 10. Februar 2013

So bin ich [Zitat]

"»So bin ich und so hat er mich hinzunehmen«, sagte er sich, »ich kann nicht aus mir einen Menschen herausschneiden, der vielleicht für die Freundschaft mit ihm geeigneter wäre, als ich es bin.«"*

*Franz Kafka: Das Urteil. Originalfassung. 67. Auflage. Frankfurt am Main: S. Fischer Verlag 2006, S. 11

Samstag, 9. Februar 2013

Im Rausch der Stille [Rezension]

Sehr lange und sehr unentschlossen stand ich bei meiner letzten Bücherwahl vor meinem Regal. Zwar bildet auch mein Stapel ungelesener Bücher beinah ein Rapunzel-Türmchen und doch wollte mich kein Exemplar so richtig locken. Erst nach sehr langer Überlegung zog ich dieses Buch hervor, nicht zuletzt wegen seines geringen Umfangs, und zog mich in eine warme Friedhofsecke zurück um dort den besten Lesegenuss seit langem zu erleben.


Inhalt:


Der namenlose Erzähler fährt als Wetterbeobachter für ein Jahr auf eine völlig abgelegene Insel im Atlantik um sich dort aus Enttäuschung vor der Menschheit zurück zu ziehen. Kurz nach seiner Ankunft wird er jedoch von humanoiden Fischwesen angegriffen, die seinen erhofften Rückzug in einen bitteren Überlebenskampf verwandeln.

Mistys Meinung:


Mit diesem Buch, das ich auf dem Flohmarkt zum Preis von einem Euro erstehen konnte, habe ich mir definitiv einen unerwartet wertvollen Schatz an Land gezogen. Zunächst war ich aufgrund der Inhaltsangabe eher abgeneigt, aus Neugier -da Fischmenschen in einem normalen Roman doch eher selten auftauchen- habe ich mich dann jedoch daran gewagt und war von Anfang an begeistert.

Der Autor versteht es von Beginn an ausgesprochen tiefsinnig an die Charaktere heranzuführen, die sich sehr schnell als komplexe Antihelden entpuppen und dadurch sowohl Spielraum für Identifikation als auch Ablehnung für den Leser bieten. Trotz der ungewöhnlichen Handlung ist die Geschichte durchgehend realistisch und bringt die Protagonisten wiederholt in interessante Konfliktsituationen im Kampf mit den Fischchimären. Vor diesem ungewöhnlichen Hintergrund verknüpft der Autor Themen wie Literatur, Philosophie, Krieg, Sexualität, Liebe und erzeugt dabei geschickt die gerechtfertigte Frage nach der Definition von Menschsein selbst.

Der unerwarte Verlauf der Handlung gibt einerseits eine genaue Richtung der Interpretation vor und lässt dem Leser trotzdem gleichzeitig einiges offen, was mich durchgehend immer wieder sehr zum Nachdenken angeregt hat und mir zum Teil wirklich zu neuen Perspektiven verhelfen konnte, besonders im Bezug auf Toleranz und Menschlichkeit.

Fazit:


Trotz oder gerade wegen des ungewöhnlichen Inhalts ein unerwartet gutes Buch, das ich wärmsten empfehlen kann, sofern der jeweilige Leser bereit ist sich mit den Konflikten des Menschseins auseinander zu setzen. Ich jedenfalls nehme es begeistert in die Reihe meiner Lieblingsbücher auf.

Leseprobe:


"Kann man jemanden vermissen,  über den man nie etwas Gutes sagen könnte? Ja, doch nur auf dem Leuchtturm, wo das Ansehen der Schiffbrüchigen umso größer wurde, je mehr Fehler sie hatten. Auf dem Leuchtturm, wo einem die entfernteste menschliche Natur nahe kam. Batís war für mich ein von Grund aus fremder Mensch gewesen. Er war jedoch auch der letzte Mensch gewesen, den ich je zu Gesicht bekommen würde. Jetzt, wo er nicht mehr da war, traten seine Qualitäten als unerschütterlicher Fels und als Waffenbruder zutage. Unter der Last dieses dermaßen trüben, gleichzeitig aufgeregten und energielosen Kummers, war es mir unmöglich Tod und Wirklichkeit auseinander zu halten."*

*Albert Sanchez Piñol: Im Rausch der Stille.Frankfurt am Main: S. Fischer Verlag 2005, S.231
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Titel: Im Rausch der Stille
Autor: Albert Sanchez Piñol 
Sprache: Deutsch
Gebundene Ausgabe: 251 Seiten 

Freitag, 8. Februar 2013

Hoffnung und Wirklichkeit [Zitat]

"Alle meine Anstrengungen zielten darauf, nicht an das zu denken, was früher oder später eintreffen musste, mochte es sein, was es wollte. Denn so ist der Mensch in seiner Schwachheit: Er hofft und bringt diese Hoffnung unendlich oft zum Ausdruck, und diese ewige Wiederholung bewirkt, dass der Wunsch mit der Wirklichkeit verwechselt wird."*

*Albert Sánchez Piñol: Im Rausch der Stille. Frankfurt am Main: S.Fischer Verlag 2005, S.211