Samstag, 18. August 2012

Die Stadt der Träumenden Bücher [Rezension]





Handlung:


Der dichtende Dinosaurier Hildegunst von Mythennetz beschließt nach dem Tod seines Dichtpaten Danzelot nach ein wenig Erfahrung und Ideen außerhalb der Lindwurmfeste zu suchen. Zu den Dingen, die er von Danzelot erbt gehört auch das geniale Manuskript eines unbekannten Schriftsteller den Hildegunst in Buchhaim zu finden hofft.

Buchhaim gilt als die große Literaturmetropole Zamoniens - ein Paradies für alle die Bücher lieben und besteht fast ausschließlich aus Antiquariaten, Druckereien, und anderen literaturrelevanten Einrichtungen. Auf der Suche nach dem außergewöhnlichen Schriftsteller gelangt Hildegunst jedoch ungewollt in die unterirdischen Katakomben der Stadt und muss der Reihe nach Bekanntschaft mit den gefährlichsten ihrer Bewohnter machen.

Misty Meinung:


Herrlich!

Dieses Buch war einer der amüsantesten Schmöker bisher und in jeder Hinsicht ein Leseabenteuer. Neben der Hauptgeschichte von Mythennetz lässt der Autor sich auch einige Zeit für die verrücktesten Exkurse in die Zamonische Literaturgeschichte. Dabei überschlägt er sich selbst mit schrägen Ideen und lässt es sich nicht nehmen die Literaturszene und ihre Mitglieder gekonnt zu parodieren.

Ebenfalls ziemlich einfallsreich sind die Illustrationen des Autors selbst, die immer wieder wild ihren Platz auf den Seiten beanspruchen ebenso wie die originellen Formatierungen.
















Fazit:


Funny Fantasy, die ihrem Namen alle Ehre macht. Ein sensibler Dino-Dichter als Hauptfigur, Lebende Bücher, ein Haufen Spinxxxen, schallende Trompaunen - wem das nicht zu schräg ist, der sollte unbedingt in diesen "Reiseerinnerungen eines sentimentalen Dinosauriers" blättern.

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Titel: Die Stadt der Träumenden Bücher
Autor: Walter Moers
Sprache: Deutsch
Gebundene Ausgabe: 455 Seiten

Dienstag, 14. August 2012

Sinclairs Notizbuch [Rezension]

Als begeisterte Leserin von "Narziß und Goldmund" war ich erfreut, als ich auf einem Flohmark dieses Werk aus einer Bücherkiste zog. Der Zustand "Sehr Gut" wäre bei dem Büchlein sogar noch untertrieben. Keine geknickten Seiten, makelloser Einband und das obwohl es noch in DM angeschrieben ist. Zudem enthält es farbige Abbildungen von Aquarellen des Autors. Weswegen dieses Schätchen auch auf dem Flohmarkt gelandet sein mag - ich habe es jedenfalls entdeckt und sogleich auf den Bücherfriedhof getragen. Nun wird ein Drache darüber wachen, dass es nicht wieder an unehrenwerte Orte gelangt.

Inhalt:


Emil Sinclair war das Pseudonym unter dem Hermann Hesse zur Zeit des Ersten Weltkriegs seine "ungemütlichen" Aufsätze und Essays gegen den Krieg veröffentlichte*. Das Buch "Sinclairs Notizbuch" enthält eine kleine Sammlung an Kurzgeschichten und kürzeren Texten aus dieser Zeit. Der Großteil davon bezieht sich direkt auf den Krieg und begegnet diesem auschließlich kritisch.

Mistys Meinung:


Wegen der mehreren kurzen Texte ließe sich Sinclairs Notizbuch eigentlich zügig lesen und doch habe ich es mehr etappenweise nebenher gelesen. Wenn die Aufsätze auch "innerlich zusammengehören" (so im Vorwort des Verfassers) habe ich nach manchen lieber pausiert, da sie doch eine gewisse Konzentration erforderten.

Viele der enthaltenen Texte, besonders die Kurzgeschichten "Im Jahre 1920" und "Der Europäer" halte ich aufgrund ihrer pointierten und zynischen Schreibweise für sehr gelungen und nicht selten habe ich mir Post-its an den Rand geklebt, um später die besten Passagen herauszuschreiben. Allerdings sind auch Texte vertreten, die mir persönlich zu übertrieben philosophisch waren oder Überzeugungen des Autors enthalten mit denen ich mich nicht anfreunden konnte. 

Fazit:


Besonders zu Beginn ein schöner Gedankenanreger, der sich sehr gut für kürzere, dafür aber nachdenkliche Leseeinheiten eignet.

Leseprobe:


"Geld war nichts, Macht war nichts. Man sah viele, die beides hatten und elend waren. Schönheit war nichts, man sah schöne Männer und Weiber, die bei aller Schönheit elend waren. Auch die Gesundheit wog nicht schwer; jeder war so gesund als er sich fühlte, mancher Kranke blühte bis kurz vor dem Ende vor Lebenslust, und mancher Gesunde welkte angstvoll in Furcht vor Leiden hin. Glück aber war überall da, wo ein Mensch starke Gefühle hatte und ihnen lebte, sie nicht vertrieb und vergewaltigte, sondern pflegte und genoß. Schönheit beglückte nicht den, der sie besaß, sondern den, der sie lieben und anbeten konnte."**


*Vgl Hermann Hesse: Sinclairs Notizbuch. Erzählungen und Betrachtungen, Mit Aquarellen des Verfassers 4.Ausgabe, Frankfurt am Main: Inselverlag 2000, S.1
**Ebd. S.83
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Titel: Sinclairs Notizbuch. Erzählungen und Betrachtungen
Autor: Hermann Hesse
Sprache: Deutsch
Taschenbuch: 136 Seiten

Montag, 13. August 2012

12-Bücher-SuB-Abbau-Challenge [News]


Heute startet offiziell die 12-Bücher-SuB-Abbau-Challange ausgehend von Lesefee. Für jeden Teilnehmer wurden von einem einem anderen Kanditaten 12 Bücher aus dem SuB gewählt. Meine Liste beinhaltet nun:


  1. "Die Alchimistin" - Kai Meyer
  2. "Aus dem Leben eines Taugenichts" - Eichendorff
  3. "Die Blechtrommel" - Günter Grass
  4. "Frost" - Thomas Bernhard
  5. "Geschichte eines Lebens" - Aharon Appelfeld
  6. "Klippen" - Olivier Adam
  7. "Mieses Karma" - David Safier
  8. "Notre-Dame de Paris" - Victor Hugo
  9. "Die Rosenzüchterin" - Charlotte Link
  10. "Weh dem, der lügt" - Franz Grillparzer
  11. "Wie kommt das Salz in das Meer?" - Brigitte Schwaiger
  12. "Wunschloses Unglück" - Peter Handke

Es lässt sich ein Faible für Klassiker erkennen, aber ich bin mit der Auswahl recht zufrieden - sie wird besonders meinem Studium zugute kommen. Rezensionen dieser Werke sind also in nächster Zeit stark auf dem Friednhof zu erwarten. Zwischendurch werde ich wohl aber auch andere Bücher lesen, da ich mir nicht vorstellen kann mich beispielsweise von Britte Schweigers "Wie kommt das Salz ins Meer" direkt weiter ins Wunschlose Unglück des Peter Handke zu stürzen.

Sobald ich aber das letzte Werk dieser Challange gelesen habe, halte ich meinen Stapel ungelesener Bücher für ausreichend dezimiert und werde mich endlich wieder einer ordentlichen Bücherbesorgungstour widmen.

Vielen Dank an Lesefee für den Aufwand.

Sonntag, 12. August 2012

There are three rules [Zitat]

There are three rules for writing a novel. Unfortunately, no one knows what they are.*

*William Somerset Maugham