Sonntag, 10. Juni 2018

Die gute Tochter [Rezension]

Gemächlich starte ich auch in den Juni, aber wie sollte man es bei dieser Hitze auch anders machen. Dafür habe ich nach langer Zeit wieder einmal Lust auf meinen eReader bekommen, immerhin ist der doch außerordentlich praktisch beim Wanderurlaub. Das gute Gerät war in der letzten Woche also immerhin mehrmals über 2000m! Dieses Buch hat mich auf meinen Abenteuern begleitet.


Inhalt:


Als Töchter eines berüchtigten Anwalts waren Charlie und Sam Quinn stets die Verstoßenen, die Gehetzten. 28 Jahre später ist Charlie selbst erfolgreiche Anwältin. Als sie Zeugin einer weiteren brutalen Bluttat wird, holt ihre Geschichte sie ganz ungeahnt ein.


Mistys Meinung:


Diesen Thriller habe ich bereits vor über einem Jahr einmal begonnen, allerdings nach wenigen Kapiteln pausiert, da der Einstieg doch unerwartet brutal einher ging. Nun hatte ich aber doch witzigerweise wieder Lust auf die Geschichte und bin sehr zufrieden damit, dass ich sie nach der langen Zeit wieder fortgesetzt habe. Glücklicherweise konzentriert sich die Autorin entgegen ihres Namens nur auf ein paar wenige blutige Höhepunkte, ansonsten sieht sie von übertriebenem Gemetzel nämlich ab. (Sie heißt im übrigen wirklich so, das ist kein Künstlername - ich habe das jetzt mal gegoogelt!)

Insofern bin ich mit der restlichen Story sehr gut klar gekommen und fand die entsprechend heftigeren Szenen als Spannungshöhepunkt durchaus angebracht. Was mich bei diesem Thriller ansonsten auch recht positiv angesprochen hat war die Tatsache, dass die Autorin sich wirklich viel Zeit für ihre Hauptfiguren und auch deren familiäre Verstrickungen nimmt. Sie wurden für dadurch auf jedenfall viel greifbarer und das Schicksal natürlich entsprechend berührender. Hier hat man es -was in diesem Genre wahrlich nicht selbstverständlich ist- keineswegs mit den flachen generischen Thrillerfiguren zu tun, die Charaktere bekommen tatsächlich Tiefe.

Allerdings würde ich das Buch nicht wirklich als Psychothriller bezeichnen - so wie er an manchen Stellen angepriesen wird. Eher als eine Mischung aus Crime-,Justiz- und "normalem" Thriller. Psychospielchen in dem Sinne werden eigentlich keine getrieben und ein wenig Interesse für das juristische Details sollte auch vorhanden sein, immerhin sind alle relevanten Figuren der Familie Quinn selbst in diesem Bereich tätig. Ich finde die jeweiligen rechtlichen Schlupfwinkel eigentlich immer sehr interessant und so ging es mir auch bei dieser Geschichte. Auch der eigentliche "Fall", den es aufzulösen galt war sehr schön inszeniert und ich tappte bis kurz vorm Schluss wirklich im Dunkeln.

In Summe war es für mich daher eine gute Mischung, ein paar kleine Abzüge gibt es vielleicht dennoch aufgrund der Länge des Buches. Das ist wie gesagt dem Umstand geschuldet, dass die Protagonisten und ihrer Geschichte viel Aufmerksamkeit gewidmet wird und manchmal war mir das dann doch ein klein wenig überzogen.

Fazit:


Ein guter, solider Thriller, der bis auf ein paar Schockmomente, die er gezielt einsetzt, nicht zu brutal daher kommt und erstaunlich tiefsinnige Charaktere bietet. Auf jeden Fall eine Empfehlung wert.

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Titel: Die gute Tochter
Autorin: Karin Slaughter
Verlag: Harper Collins
Sprache: Deutsch
ebook: 608 Seiten

Kommentare:

  1. Hallo Liebes,

    eine tolle Rezension :)
    Ich habe das Buch auch gelesen und ähnlich empfunden. Es war für mich das erste Buch von Karin Slaughter und auch ich finde, dass es eine Leseempfehlung verdient hat.

    Liebe Grüße
    Charleen

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    1. Hallo Charleen :)

      Für mich war es auch das erste Buch aus ihrer Feder und ich finde auch, dass es ein solider Thriller ist, den man gut mal lesen kann.

      Liebe Grüße

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