Mittwoch, 15. November 2017

Sometimes I lie [Rezension]

Auch wenn ich die letzten Tage auf einer LAN verbracht, und gemeinsam mit meinem Team damit beschäftigt war beim Dota Tunier möglichst effizient auszuscheiden, habe ich zwischendrin immer wieder die Zeit gefunden ein wenig in meinem eReader zu lesen. Mittlerweile vermisst meine Hand allerdings die gedruckten Bücher und daher war es für dieses Monat wohl erstmal wieder genug mit den ebooks.


Inhalt:


Als Amber Reynolds nach einem schweren Autounfall wieder zu sich kommt findet sie sich im Wachkoma wieder, kann sich nicht bewegen und auch ihre Erinnerung ist nur lückenhaft. War sie selbst für den folgenschweren Unfall verantwortlich oder hatte ihr Mann seine Finger im Spiel, der sehr bald von der Polizei abgeführt wird? erst nach und nach findet sie Antworten auf ihre Fragen und dabei bemerkt sie recht bald, dass sie nach wie vor in großer Gefahr schwebt.

Mistys Meinung:


Ich denke schön langsam kann ich eines wirklich konstatieren: dass mit den Psychothrillern und mir wird nichts mehr. Dieses Buch war grundsätzlich völlig in Ordnung, nur mir behagt dieses SubGenre einfach leider nicht.

Da es dieses Mal wirklich an mir liegt, möchte ich trotzdem eine halbwegs neutrale Rezension verfassen. Die Geschichte ist von der Ausgangslage her nämlich wirklich recht interessant, durch das Koma der Hauptfigur entsteht schonmal einiges an Spannung bzw. Gruselfaktor, da sie ihrem Umfeld praktisch ausgeliefert ist. Mit ihrer Erinnerungsfetzen wird gerade zu Beginn recht gut von der Autorin gespielt, man weiß nie so recht, wer denn nun eigentlich die Verantwortung an ihrem Zustand trägt. Gleichzeitig gibt es Rückblicke mittels eines Tagebuchs, das auch nur nach und nach Einblicke in die Vergangenheit zulässt. Wer sich dabei an Gone Girl erinnert fühlt hat vollkommen recht.

Die Geschichte bleibt allerdings nicht bei der Ehe alleine, auch die Beziehung zur Schwester der Hauptfigur steht im Mittelpunkt. Soweit fand ich den Ablauf auch recht gut gestaltet und ich denke das Buch kann es fast mit Gone Girl aufnehmen. Die zahlreichen, unerwarteten Wendungen sind geschickt eingefädelt, die wenigsten davon sieht man kommen und sie schockieren garantiert.

Trotzdem habe ich mich großteils durch das Buch gequält, was vermutlich daran liegt, dass ich solche perfiden Spielchen nicht wirklich gut leiden kann. Zumal die Hauptfigur in diesem Fall nicht leicht zu durchschauen ist und sich an vielen Stellen gewollt unbeliebt macht. Zudem hat die Geschichte viele Stellen -meist Traumsequenzen- da ganz bewusst mit dem "creepy child" Motiv gespielt wird. Ergo einem gesichtslosen Mädchen, dass die Hauptfigur bedroht und Kinderreime kommen ebenfalls an vielen Schlüsselstellen vor. Damit kann ich selbst wenig anfangen, es gruselt mich auch nicht.

In Summe liegt es wohl an der traurigen Grundstimmung bzw. den mitunter kaltherzigen Figuren, die in diesem Genre gerne ihren Auftritt finden. Ich habe übrigens zum Teil parallel das Hörbuch dazu gehört, die Sprecherin kann ich nur empfehlen. Die deutsche Übersetzung erscheint nächstes Monat unter dem Titel Manchmal lüge ich.

Fazit:


Ein an und für sich geschickt aufgebauter Thriller, der sehr viele unterwartete Wendungen bereit hält und sehr stark an Gone Girl erinnert, dabei allerdings eigene Wege geht. Für Fans des Genres auf jeden Fall eine Empfehlung wert.

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Titel: Sometimes I lie
Autorin: Alice Feeney
Verlag: HQ
Sprache: Englisch
ebook: 384 Seiten

Kommentare:

  1. Hallo Misty,

    ui, nein, da mir "Gone Girl" als Buch nicht so gefallen hat, ist das dann wohl eher nichts für mich. (Den Film mochte ich hingegen sehr). Wahrscheinlich habe ich schon zu viele Thriller dieser Art gelesen. Danke für die Rezi!

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Hallo Nicole :)

      Witzigerweise ist bei mir "Gone Girl" einer der wenigen Thriller, die mir tatsächlich schon gefallen haben. Den Film fand ich auch sehr gut! Eindeutig überzeugend.

      Liebe Grüße!

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