Dienstag, 27. Dezember 2016

Holding up the Universe [Rezension]

Kurz vor Jahresschluss melde ich mich nocheinmal zurück vom weihnachtlichen Arbeitsstress und finde dank zweier (wohlverdienter) freier Tage auch noch ein wenig Zeit für Aufräumarbeiten, lesen und bloggen. Da ich in den Wochen zuvor kaum über arbeiten, essen und schlafen hinaus gekommen bin, sah es in dieser Hinsicht im Dezember eher karg aus. Aber genug von der Plackerei, wenden wir uns einem netten Jugendbuch zu.




Inhalt:


Nachdem Libby es mit dem Titel "Americas Fattest Teen" in die Schlagzeilen geschafft hat, verbringt sie zwei Jahre damit radikal abzunehmen und im wahrsten Sinne des Wortes wieder auf die Beine zu kommen. Sie wagt auch den Schritt zurück in eine öffentliche High School und ist bereit sich allen schulischen und sozialen Hürden zu stellen. Neben den üblichen Schmähungen und Beleidigungen anderer Mitschüler trifft sie dort auch auf Jack, den beliebten Radaumacher, der sie ebenfalls einer üblen Blamage aussetzt, ihr jedoch zugleich sein best gehütetes Geheimnis anvertraut.

Mistys Meinung:


Jugendbuch ist und bleibt eines meiner meistgelesensten Genres, es gibt zuviele Tage in Jahr, da ich solch leicht geschriebene, liebevolle Lektüre einfach unheimlich genieße (obwohl ich mich sonst absolut ungern in meine eigene Schulzeit zurück versetze). Aber es erstaunt mich einfach bei jedem Titel von neuem welch gelungene, tiefsinnige Literatur es in diesem Bereich heutzutage gibt, ich selbst erinnere mich ledlich an literarische Moralkeulen (nimm keine Drogen, lauf nicht von zuhause weg, verhüte mal besser, Finger weg von Zeugen Jehovas....), die auch sprachlich nicht wirklich sonderlich gut verpackt waren.

Hier haben wir jedoch erneut eine kleine Perle auf diesem Gebiet und obwohl ich mit der doch recht offenkundigen Message "liebe dich so wie du bist" natürlich nicht begeistert durch die Welt ziehe, war ich trotzdem berührt von der liebevollen Geschichte. Zunächst einmal lag dies an der angenehm positiven Hauptfigur Libby, die frei von jedem Girliegezicke auftritt und deren Launen stets nachvollziehbar blieben. Ihr männlicher Gegenpart Jack, der unter der seltenen Krankheit Prosopagnosie leidet fand ich ein wenig erzwungen speziell, schließlich begegnet man sehr selten Leuten, die nicht in der Lage sind Gesichter zu erkennen. Da ich aber dieses Krankheitsbild als begeisterte Leserin von Oliver Sacks grundsätzlich interessant finde, arrangierte ich mich damit auch in dieser Geschichte und empfand sie als passables Konfliktpotential (und jeder Roman braucht irgendein Konfliktpotential).

Die Handlung sorgte ebenso wie die Sprache für einen angenehm plätschernden Lesefluss, ohne zu sehr auf Spannungshöhepunkte zu pochen (was ich aber bei Contemporary YA auch gar nicht erwarte). Die zahlreichen anderen Figuren rundeten die Geschichte für mich recht schön ab und ich war froh, dass einige Personen auch ambivalent und nicht nur schwarz/weiß dargestellt wurden (eine gnadenlos böse Zicke aber braucht eine jede Schulzeit).

Neben den Hürden, die Libby nach ihrer Rückkehr auf die Schule so bestehen muss bleibt natürlich auch die sich entwickelnde Liebesgeschichte ein großer Bestandteil der Handlung. Einige romantischere Kapitel bleiben natürlich nicht aus, im großen und ganzen fand ich den Hergang aber angenehm bodenständig und war damit sehr gut unterhalten. Das Englisch ist dabei nicht sonderlich schwer zu lesen, die meisten Jugendbegriffe waren mir geläufig und ich fand die Sprache der beiden Hauptfiguren oft recht witzig.

Fazit:


Eine recht liebevolle und witzige Geschichte zweier außergewöhnlicher Jugendlicher, die man schnell und gerne in sein Herz schließt. Für Fans von John Green und Rainbow Rowell auf jeden Fall ein heißer Tipp.

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Titel: Holding up the Universe
Autorin: Jennifer Niven
Verlag: Penguin Random House
Sprache: Englisch
Taschenbuch: 391 Seiten

1 Kommentar:

  1. Stimmt, an solche Moralkeulen-Jugenbücher erinnere ich mich auch noch. Bücher, die scheinbar nur dafür gemacht wurde, um sie in der 7. Klasse im Unterricht zu lesen, oder die Eltern ihren Kindern kaufen, wenn ein bestimmtes Thema gerade ansteht.
    Liebevolle Jugendbücher hätte ich mir damals mehr gewünscht. Gut, dass die Teenies von heute es da scheinbar besser haben :)

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