Dienstag, 16. September 2014

Wunder [Rezension]

Und noch immer seufzen meine richtigen Bücher beleidigt, da ich sie weiterhin kaum beachte und mich in ein dunkles Eck verzogen habe, dass mir mein eReader glücklicherweise von selbst erhellt, um weiterhin meinem eBook-Rausch zu frönen. Wegen seiner 5-Sterne Bewertung schnappte ich mir auch sogleich Wunder.



Inhalt:


Der 10-jährige August ist aufgrund gleich zweier genetischen Defekte von einer Krankheit betroffen, die sein Gesicht völlig entstellt. Wohin er auch geht, er muss sich den schockierten Blicke der Leute aussetzen und auch sonst mit allerlei Diskrimination aufgrund seines Aussehens leben. Daher war er bisher von seiner Mutter zuhause unterrichtet worden, um zumindest dem Mobbing anderer Schüler zu entgehen. Doch plötzlich eröffnen seine Eltern ihm, dass es an der Zeit für ihn wäre eine öffentliche Schule zu besuchen...

Mistys Meinung:


Aufgrund der fast einstimmigen 5-Sterne Bewertung auf Amazon hatte ich natürlich entsprechend hohe Erwartungen an dieses Buch. Das kommt dem zu lesenden Buch dann nicht immer zugute, in den meisten Fällen ist es wohl besser, wenn man völlig unvoreingenommen an eine Geschichte heran treten kann. Dieser Umstand trifft bei mir wohl auch auf dieses Buch zu -obwohl es mir in Summe recht gut gefallen hat- denn dadurch konnte es mich einfach nicht ganz umhauen.

Zunächst jedoch wirklich die positiven Aspekte; die Hauptfigur August tritt von Beginn an als sehr liebenswürdige Figur auf und wird dadurch eigentlich sofort zum Sympathieträger des Lesers. Sein -aufgrund seines Gesichts- zum Teil sehr belastendes Leben wird einfühlsam geschildert und es fällt nicht schwer, die Ängste und Sorgen der Figur zu teilen.

Gerade als mich die Berichte von seiten Augusts zu langweilen begannen und ich mich fragte, ob das Buch wirklich allein davon getragen werden konnte überraschte die Autorin mich, da sie in den weiteren Kapiteln auch immer wieder seine Familie und Freunde zu Wort kommen ließ, die ebenfalls ihre Sichtweise beschrieben, was der Geschichte eine vielseitige Blickwinkel auf die Hauptfigur und deren Leben ermöglichte. Dieses Mittel fand ich ausgesprochen wichtig, da auch die Menschen in der Umgebung einer leidenden Person (sei es durch Krankheit oder ein anderes Unglück) schließlich auch immer unmittelbar betroffen sind. Dadurch wird es auch dem Leser leichter zu verstehen, weswegen gerade fremde Personen mitunter derart gemein und schockiert auf August reagieren.

Trotz des vielen Kummers, die August aufgrund seiner schwierigen Lebenslage auf sich nehmen muss werden auch die positiven Seiten seines Lebens nicht vernachlässigt und es gibt sehr viele Lichtblicke, die vor allem dank viel Humor hervorheben können. Das Buch eignet sich rein vom Alter der Figuren natürlich ideal für Kinder in demselben Alter, ist aber auch für ältere und erwachsene auf jeden Fall lesenswert und keinesfalls zu kindisch.

Nach diesen positiven Aspekten verwundert es wohl, weswegen ich nicht vollkommen von diesem Buch eingenommen bin. Ich kann es selbst nicht genau formulieren, doch mir fehlte schlichtweg eine gewisse Spannung, oder ein Dilemma, das der Geschichte noch mehr "Schärfe" verliehen hätte. Natürlich, August wird mit ausreichend Hindernissen konfrontiert, trotzdem bleibt für mich sein Problem etwas zu sehr an der Oberfläche (was wahrscheinlich auf jeden Fall für ein gutes Kinderbuch spricht - zu negativ sollten diese einfach nicht angelegt sein). Ich hätte wahrscheinlich lieber erfahren, wie so eine -ja durchaus dramatische- Figur mit den Problematiken der Pubertät umgeht, ich denke dadurch hätte die Geschichte für mich ein noch besseres Spannungsfeld erhalten. Aber das ist jetzt nur mein persönlicher Wunsch, darunter sollte die an und für sich gut konstruierte Geschichte nicht leiden müssen.


Fazit:


Ein empfehlenswertes Kinder bzw. Jungendbuch, das einen sehr liebenswerten Charakter zu bieten hat, der durch eine unglückliche genetische Konstellation viele Hindernisse zu überwinden hat. Diese Problematik wird vielschichtig von der Autorin beleuchtet, wodurch es einem als Leser leicht fällt die Reaktionen der unterschiedlichen Figuren nachzuvollziehen.

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Titel: Wunder
Autor: R. J. Palacio
Sprache: Deutsch
eBook: 384 Seiten

1 Kommentar:

  1. Danke, für diese schöne Rezension. Spannend, dass mal nicht jemand ausschließlich voll des Lobes für das Buch ist.
    "Wunder" ist auf jeden Fall mal wieder eines der Bücher, was ich unbedingt bald lesen möchte (so wie ungefähr 50 andere Bücher auch^^), weil es mir von einigen Leuten empfohlen wurde. Wie soll ich da nur hinterher kommen?!

    Grüße :)

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