Sonntag, 18. September 2016

Harry Potter and the Cursed Child [Rezension]

Ich bin zwar noch immer etwas überarbeitet, doch dank meiner überraschend guten Wochenorganisation dieses Monat gelingt es mir auch noch Zeit für ein paar Rezensionen heraus zu boxen. Da ich diese Woche dank stressigem Schulbuchgeschäft kaum den Nerv hatte abends noch ein Buch aufzuschlagen, habe ich bald wieder aufgeholt. Längst ausständig jedenfalls der gute Potter. Und ja, ich fand ihn gut.


Inhalt:


19 Jahre nach dem erfolgreichen Kampf gegen Voldemort steckt Harry Potter in einem scheinbar friedlichen Alltag mit seiner Familie fest. Doch sein jüngster Sohn Albus leidet unter dem Ruhm seines Vaters und fühlt sich in Hogwarts dadurch in eine Außenseiterrolle gedrängt. Sein einziger Freund ist ausgerechnet Scorpius, Dracos Sohn. Schnell verwickeln sich die beiden eine prekäre Situation, die nicht nur sie selbst, sondern auch die gesamte Magische Welt gefährdet.

Mistys Meinung:


Ich habe vor dem Lesen eigentlich ausschließlich negative Bewertungen dieses Buches gehört. Zwar war ich in dieser Zeit kaum auf anderen Blogs unterwegs, aber in meinem Umfeld waren sich so ziemlich alle darüber einig, dass dieses Buch das gewisse Extra abgehen würde. Trotzdem wollte ich es unbedingt lesen, bin ich doch durch die Schmuckausgabe des ersten Bandes aufs Neue für diese Welt begeistert worden.

Eine der wenigen, positiven Stimmen, die ich im Netz über dieses Buch vernommen habe meinte dieser Band würde sich anfühlen wie nach Hause zu kommen. Dem kann ich mich einfach nur anschließen. Zwar war auch ich kurz ein klein wenig verzagt angesichts der Tatsache, dass die Kapitel (oder Akte, wie auch immer) alles entsprechend zusammenpressen und die Auftritte und Geschehnisse reduzieren. Trotzdem habe ich mich wieder vollkommen in der altbekannten Welt wohlgefühlt und für mich war auch wirklich alles drinnen, was ich mir nur wünschen könnte.

Bekannte und geliebte Figuren bekommen ihre Auftritte, gleich wie gealtert sie nun sein mögen, Hogwarts mit all seinen charmanten Eigenheiten darf man als Leser wieder besuchen und auch bekannte magische Objekte laufen einem wieder über den Weg. Trotzdem bekommt man eine ausreichende Portion an völlig Neuem geboten, was den bisherigen Erwartungen entgegen gesetzt wird. Etwa die Tatsache, dass ausgerechnet Harrys Sohn nun bestens mit Dracos Sprößling befreundet ist und beweitem nicht dieselbe Rolle wie sein Vater im sozialen Umfeld einnimmt. Das fand ich wirklich einen erfrischenden Ausgangspunkt und trotzdem bekam ich soviel meiner bisher geliebten Figuren zu gesicht, was durch -ACHTUNG SPOILER- den Einsatz eines Zeitumkehrers (ich glaube das war der deutsche Name) zustande kommt. Ich finde das wirklich sehr geschickt gelöst und mir hat dadurch wirklich gar nichts gefehlt.

Ich war wirklich gefangen in diesem Buch und rückblickend kommt es mir nicht so vor als hätte ich das Skript zum Theaterstück, sondern einfach einen normalen Prosaband gelesen. Trotzdem kann ich mir die Geschickte sehr gut als Stück vorstellen, gerade anhand der kurzen Anweisungen konnte ich mich auch wunderbar in die einzelnen Szenen versetzen. Dennoch bin ich froh es gelesen statt gesehen zu haben, wenngleich ich mir im Anschluss Bilder der Schauspieler heraus gesucht habe und einige wohl durchaus annehmbar gewesen wären. Abgesehen von der dunkelhäutigen Hermine...ist es nicht irgendwo auch eine Form von Rassismus, wenn man unbedingt dunkelhäutige/asiatische/indigene Menschen und/oder Minderheiten in einen Film/Stück bringen MUSS? Aber zurück zu dem Buch: für mich auf ganzer Linie gelungen.

Fazit:


Mir persönlich hat es in diesem Buch an nichts gefehlt. Ich konnte mit allen Neuerungen und alten Bekannten wunderbar umgehen und war so im Lesefluss, dass es mich auch keineswegs gestört hat diese Welt in Form eines Dramas kennenzulernen.

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Titel: Harry Potter and the Cursed Child
Autoren: J.K. Rowling, John Tiffany, Jack Thorne
Verlag: Little, Brown
Sprache: Englisch
Gebundene Ausgabe: 344 Seiten

Montag, 12. September 2016

Rabenherz [Rezension]

Aufgrund meiner aktuellen Tätigkeit im Jugenbuchbereich, musste ich mir sogleich einige Bücher dieser Warengruppe besorgen, wobei ich mich ein wenig von hübschen Covern verführen ließ. Ausgerechnet bei diesem Buch hätte ich mir jedoch auch ausgehend von dem interessanten Setting inhaltlich einiges erwartet...nun...


Inhalt:


Die junge June besucht dank eines Stipendiums eine der teuersten und gefragtesten Schulen des Landes, die St. Gilberts High School. Sie liebt ihre Zeit in der Schule, ebenso wie das Gebäude beeindruckende, riesige Anwesen. Doch eben diese Umgebung birgt plötzlich eine große Gefahr für sie, als sich die alte Legende über die Schulländereien Schritt für Schritt zu bewahrheiten scheinen. Mit einem Male verschwinden auf unerklärliche Weise Menschen, wie auch schon in den Jahrhunderten zuvor, wobei nichts als einige dunkle Feder zurück bleiben. Dennoch lässt sich June sich nicht davon abhalten die Schule zu besuchen und ignoriert auch die Warnungen ihrer hellseherisch begabten Tante.

Mistys Meinung:


In meinem zugegeben etwas merkwürdigen Inhaltsabriss wirkt die Geschichte vermutlich ein wenig komisch, für mich hätte sie zunächst aber wirklich interessant geklungen: ein geheimnisvoller Rabe (Raben finde ich schlichtweg wundervoll), eine alte Legende, ein schönes englisches Schulanwesen, verwunschene Ländereien....wie kann da eigentlich noch etwas schief gehen?

Unter anderem dadurch, dass die Figuren in dieser Geschichte für mich wirklich nicht glaubhaft gewirkt haben, sondern sehr schablonenhaft mit unnachvollziehbaren Handlungen. So wäre da die Hauptfigur June, die eigentlich klasse dadurch beweist, dass sie sich trotz all der Gefahren nicht davon abbringen lässt die St. Gilberts Schule zu besuchen, da sie ihr so am Herzen liegt. So weit so gut. Gefährlichen, mysteriösen Vorkommnissen und Vorhersagen kann sie also standhalten.Jedes kleinste zwischenmenschliche Vorkommnis dort bringt sie jedoch mehr auf die Palme, als alle Flüche dieser Welt! Mehrmals bricht sie wegen Kleinigkeiten in Tränen aus und muss von ihrer besten (für mich ebenfalls nicht greifbaren) Freundin stundenlang getröstet werden. Nach dem dritten Weinanfall begann mir diese Eigenschaft aber ordentlich auf die Nerven zu gehen.

Jacob, der geheimnisvolle neue Mitschüler ist wohl natürlich vermutlich für June ausgesprochen reizend, ich als Leser verstehe aber wirklich nicht wieso sie sich mit einem Male gerade in ihn verliebt und wieso er sie oft links liegen lässt und wegen unbedeutender Dinge grollt und ihre tiefe, zweitätige Freundschaft in Frage stellt, dann wiederum merkwürdig zugänglich wirkt. Die Klassenzicke, die abgesehen von June Jahrgangsbeste ist, erfüllt jeden 10er Punkt auf jeglicher bekannter Tussiskala, wobei ich nicht verstehe wo ihre guten Noten herkommen, wenn sie -wie beschrieben- im Unterricht lieber Mädchenzeitschriften anstelle von Shakespeare liest. Ich könnte auch über viele andere Figuren derart lamentieren, aber ich denke mit diesen dreien bekommt man bereits ein gutes Bild. Mit ihnen allein ist die Story eigentlich für mich schon gefallen, so gern ich sie auch wirklich gemocht hätte.

Die Grundidee finde ich nämlich nach wie vor sehr toll und ich kann mich ja generell gut damit abfinden, dass viele Jugendbücher (warum auch immer) nunmal mit ihren Figuren nicht sonderlich in die Tiefe gehen, aber in diesem Fall haben sie für mich wirklich wie unbeholfene Marionetten gewirkt, die der ihnen vorgeschriebenen Rolle ungeschickt vor sich hin zappeln. Ein wenig Spannung ist für mich trotzdem gegen Ende hin noch aufgekommen, da die Autorin hier durchaus Geschickt verschiedene mögliche Hinweise bezüglich der Identität des geheimnisvollen Rabenlords legt. Dennoch wird mich auch das offene Ende nicht dazu bringen, den zweiten Teil zu lesen, für ein weiteres Intermezzo mit diesen Figuren fehlt mir leider die Geduld.

Fazit:


Trotz der wunderbaren Grundidee für mich aufgrund der flachen, unlogisch handelden Figuren kein Lesegenuss.

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Titel: Rabenherz
Autorin: Anja Ukpai
Sprache: Deutsch
Verlag: Planet!
Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
Reiheninfo: Band 1/2

Sonntag, 11. September 2016

Gelesen im August [Statistik]

Hier sause ich nun endlich wieder mit dem Staubwedel durch meine virtuellen Regale und verspreche Besserung (wie sooft, die dann aber zugegeben auch meist wie sooft eintritt). Ausreden habe ich  natürlich auch im Gepäck, denn nebst den vielen Sonnentagen, die ich dieses Jahr noch genützt habe, hatte ich auch einiges mehr zu arbeiten und auch einige Umstellungen in der Arbeit. Diese waren zwar sehr positiv (so betreue ich nun etwa die Kinder-und Jugenbuchabteilung), aber definitiv auch kräfteraubend. Gelesen habe ich im August dennoch ein wenig und darf folgende Bücher präsentieren.




  • Sarah Waters: Fremde Gäste
  • Anja Ukpai: Rabenherz
  • J.K. Rowling, John Tiffany, Jack Thorne: Harry Potter and the Cursed Child
  • Nathan Filer: Nachruf auf den Mond
  • Robin Dix: Tigerherz - der Prinz des Dschungels

  • Gelesene Bücher: 3
  • Gelesene Seiten: 1394
  • Gelesene Seiten/Tag: 45

  • Hörbücher: 2
  • Hörzeit: 11h 52 min

Ein bisschen Lese-und Hörfreude war im August also trotzdem auf jeden Fall vorhanden, wenngleich ich sonst sehr viel von anderen Dingen beansprucht wurde. Das Bloggen ist dementsprechend zu kurz gekommen.

Auf die Neuerscheinung Fremde Gäste konnte ich jedenfalls nicht verzichten, war doch Sarah Waters eine Autorin, die ich während meiner Schulzeit gemeinsam mit meinen Freunden verschlungen habe. Dabei war sie soweit ich mich erinnern kann die einzige Autorin, die wir im Bereich GLBT gelesen haben. Auch dieses Buch fiel wieder in diesen Bereich und ich fand es größtenteils auch wieder ebenso ansprechend wie ihre früheren Romane, allerdings konnte es mich nicht mehr ganz so sehr begeistern.

In meiner Begeisterung für meine neue Abteilung musste natürlich auch sogleich ein aktuelles Jugendbuch auf meinen Bücherspeiseplan, wobei meine Wahl eher zufällig auf Rabenherz fiel. Das Setting und die Story hörten sich einfach ausgesprochen vielversprechend an, wobei das Buch selbst mich dann eigentlich recht enttäuscht hat. Weiteres wird in einer Rezension folgen.Wenig Erwartung hatte ich hingegen beim neuen Potter (der gar nicht mal so leicht in die Hände zu bekommen war!). Eine liebe Arbeitskollegin berichtete schlechtes, so begann ich zunächst eher sehr verhalten zu lesen. Doch siehe da, ich fand diesen Titel wirklich großartig. Zwar jagt nach wie vor eine negative Rezension die andere auf all meinen abonierten Blogs, doch ich persönlich kann mich dem wirklich nicht anschließen. Für mich hatte dieses Buch wirklich alles was ich mir gewünscht habe und ich konnte wieder herrlich in die Welt eintauchen. Daran hat auch das höfliche Streitgespräch mit meiner Kollegin nichts mehr geändert.

Hörbücher waren im August auch gleich zwei mit von der Partie, die ich sogar schon rezensiert habe. Zwar waren beide nicht wirklich Highlights, so fand ich Nachruf auf den Mond doch sehr bedrückend und Tigerherz war mir auch für ein Kinderbuch zu sehr als Moralapostel unterwegs.

Soweit so gut, Rezensionen habe ich auch schon eifrig in Planung, für den September befürchte ich lesemäßig jedoch, dass mich Netflix ein wenig aus der Bahn werfen wird (ich war nie ein Fan von Serien, doch dieses Medium ist die Verführung persönlich).

Dennoch hoffe ich auf bunte Seiten im September!

Montag, 15. August 2016

Tigerherz [Hörbuch-Rezension]

Um auf meinem Hörbuchspeiseplan wieder einmal für Abwechslung zu sorgen, habe ich mich dieses Monat nun mal an einem Kinderbuch versucht. Mich hat dabei vor allem interessiert wie diese denn grunsätzlich für jüngere Leser aufbereitet werden. Praktischerweise hatte dieser Titel einen geringen Umfang, da ich an den 17h Titel doch immer sehr lange hängen bleibe.


Inhalt:


Der Tiger König Eisfell gilt als ebenso mächtiger wie gütiger Herrscher über den Dschungel. Seine Untertanen respektieren und schätzen ihn. In der Nacht als sein Sohn Raja geboren wird startet sein Halbbruder Eisenkralle jedoch einen überraschenden Angriff auf den königlichen Palast und dank einer Finte gelingt es ihm Eisfell zu töten. Der Königin schafft es mit dem kleinen Raja zu fliehen, der fortan unter ständiger Gefahr versteckt aufwächst. Trotz allem versucht er sich darauf vorzubereiten eines Tages das Erbe seines Vaters anzutreten.

Mistys Meinung:


Früher habe ich eigentlich immer sehr gerne Tier-Geschichten bzw. Tierfantasy gelesen, allerdings ist es mittlerweile gar nicht mehr so einfach Bücher zu finden, die man als Erwachsener ertragen kann (bei Warrior Cats bin ich in dieser Hinsicht defintiv gescheitert). Nun habe ich es mit etwas größeren Katzen versucht.

Die Aufbereitung dieses Hörbuchs verdient sich vorneweg auf jeden Fall ein großes Lob. Sowohl die einleitende stimmungsvolle Musik mit passenden Geräuschen, als auch die Interpretation des Lesers Philipp Schepman halte ich für überaus gelungen. Es wird auf jeden Fall die richtige Atmosphäre erzeugt und die Stimmen der einzelnen Kreaturen, die in dieser Geschichte alle der Sprache mächtig sind, kommen wirklich gut zur Geltung. Gerade für jüngere Hörer sollte sich dadurch eine fesselnde Geschichte ergeben.

Inhaltlich bin ich da schon ein wenig zaghafter was die positiven Worte angeht. Die Geschichte ist in fast jeder Hinsicht eine 1:1 Abwandlung von König der Löwen (der böse Onkel in diesem Buch könnte sich seine Narbe über dem Auge mit seiner Eisenkralle sogar direkt selbst bereiten). Der kleine, übermütige Prinz muss dabei natürlich ebenso seine Grenzen entdecken und lernen alleine seinen Weg zu finden. Im Gegensatz zu Simba wird Raja jedoch viel öfter ermahnt und der wiederholte lehrhafte Fingerzeig nervte mich in Summe doch ein wenig (und ich denke das hätte er auch getan, wäre ich 15 Jahre jünger). Wer seinen Kindern didaktisch wenig subtil die wichtigen Wertvorstellungen wie "schütze und respektiere die Schwachen", "niemand ist von Geburt an besser" etc. vermitteln möchte, ist mit diesem Titel auf jeden Fall gut bedient.

Diese Formulierungen waren nun etwas böse, deswegen möchte ich nun trotzdem noch heraus streichen, dass ich abgesehen dieser lästigen Wiederholungen trotzdem meine Freude an der Geschichte hatte. So bleibt die Geschichte im Großen und Ganzen doch abwechslungsreich was die Auftritte der verschiedenen Tierarten anbelangt. Gefahren für den jungen Tiger gibt es zudem ebenso ausreichend, für Abenteuer wurde also ausreichend gesorgt.


Fazit:


Gerade als Hörbuch eine stimmungsvoll aufbereitete, abenteuerliche Geschichte. In ihrer Vermittlung gängiger Wertvorstellungen jedoch für meinen Geschmack ein wenig zu aufdringlich.

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Titel: Tigerherz - Der Prinz des Dschungels
Autor: Robin Dix
Sprecher: Philipp Schepmann
Verlag: Lübbe Audio
Hörbuchdauer: 4h 52min 
Reiheninfo: Band 1/?

Sonntag, 14. August 2016

Wolfsherz [Rezension]

Die Lesephase wurde wieder eingeleitet, nun müssen noch einige Uralt-Rezensionen abgearbeitet werden. Daher mache ich nicht viel Gerede um nichts und lege emsig los!


Inhalt:


Das Journalisten-Ehepaar Rebecca und Stefan befindet sich auf einer gefährlichen Mission durch das ehemalige Jugoslawien, um dort einen ehemaligen Söldnerhauptmann zu interviewen. Dieser Auftrag ist gewissermaßen überlebenswichtig für ihren Job. Allerdings rechnen die beiden nicht damit, dass sie dabei auf ein viel älteres und vor allem viel gefährlicheres Geheimnis stoßen als sie angenommen hätten.


Mistys Meinung:


Einer meiner letzten deutschsprachigen Werwolfromane (ich kenne wirklich beinahe alle), aber dafür mein erster Hohlbein. Eine vielversprechende Kombination? Nun ja...

Werwölfe habe ich in all meinen Lesejahren wirklich in vielen verschiedenen Facetten und Abwandlungen kennen gelernt und es gab wenige Umsetzungen, die mir dabei nicht zugesagt hätten. Der Autor Hohlbein wiederum ist mir zwar natürlich sehr oft untergekommen, allerdings habt es sich nie zuvor ergeben, dass ich selbst ein Buch von ihm gelesen hätte (wenngleich ich durch Berichte anderer Leser eine ungefähre Vorstellung seines Streibstils entwickelt habe). Von dieser Geschichte wurde behauptet, dass der Werwolffluch eine gänzlich neue, interessante Umsetzung erfahren würde. Nun...das kann ich nicht wirklich behaupten...mittlerweile ist es einige Wochen her, dass ich dieses Buch gelesen habe, aber mir fällt nicht eine ungewöhnliche Eigenschaft mehr ein (ganz im Gegenteil zu Wolfen oder Roter Mond, obwohl diese Bücher nun schon Jahre zurück liegen).

Den Einstieg fand ich zunächst noch recht gelugen, ebenso wie die Vorstellung der der Hauptfiguren, wenngleich diese doch etwas schablonenhaft wirkten. An vielen Stellen konnte ich den Figuren ihre Gefühle schlichtweg nicht wirklich abkaufen. Für den Schreibstil finde ich genau eine passende Formulierung: "Thomas Brezina für Erwachsene". Dies ist jedoch durchaus positiv gemeint, ich genieße solch schlichte Abenteuerliteratur manchmal wirklich gerne und auch die 90er Jahre Umgebung inklusive der Kleidung und viel genutzten Telefonzellen fand ich sehr stimmungsvoll.

Was den sonstigen Plot angeht, ergaben sich für mich viele Lesemomente, die mich ausgesprochen amüsierten. Bei einem solch ernsten Gruselroman waren diese Situationen jedoch ziemlich sicher unfreiwillig komisch. Dazu kommen viele zwar nicht vorhersehbare Twists, die jedoch ein wenig...nun ja...wild herbei geschrieben wirkten und die mein Leseflow zwar erstaunt, aber nicht immer wohlwollend hinnahm. Aber wie erwähnt habe ich mich trotzdem recht gut amüsiert, wenngleich dies wohl die Intention des Autors gewesen sein mag. Aus tausend Wunden blutende Protagonisten, die eine grundsätzlich tödliche Wunde nach der anderen einstecken und in jeder Kampfszene scheinbar ein Leben lang aushalten um dann -zum guten Ton gehörend- ohnmächtig darnieder fallen habe ich schon lange nicht mehr so intensiv erlebt.

Konkret lästig fand ich jedoch -bei aller Liebe für Abenteuergeschichten und Werwölfe- die zahlreichen DEUS EX MACHINA Situationen. Eine Passage pro Buch halte ich gut durch, häufen sie sich jedoch wird mir das ernsthaft lästig. Abschließend fällt es mir jedenfalls wirklich schwer auszuwerten, ob mir dieses Buch denn nun gefallen hat oder nicht. Ich bin also wirklich froh, dass ich keine Punktebewertungen hergebe, ich wüsste wirklich nicht wohin diese Geschichte ausschlägt.

Fazit:


Eine mitunter sehr merkwürdig anmutende Werwolfgeschichte, die von einer überzogenen Situation in die nächste jagt und es mir aufgrund uneinschätzbarer Plot-Twists schwer machte wirklichen Gefallen daran zu finden. Sicherlich keine Abenteuerliteratur-Perle, wenngleich es trotzdem auf manchen Ebenen einen Charme entwickelte, dem man ihm auf jeden Fall zusrpechen kann.

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Titel: Wolfsherz
Autor: Wolfgang Hohlbein
Verlag: Bastei Lübbe
Sprache: Deutsch
Taschenbuch: 636 Seiten

Sonntag, 7. August 2016

Nachruf auf den Mond [Hörbuch-Rezension]

Da ist die letzte Rezension wohl auf einmal fast zwei Monate her. Nun denn, dann raffe ich mich wieder zu meinem Handwerk auf und werde mich an die ganzen ausständigen Berichte machen - oder zumindest an einen Teil davon. Heute möchte ich mal wieder mit einem Hörbuch starten.



Inhalt:


Matthew Homes fühlt sich für den Tod seines älteren Bruders Simon verantwortlich und dieses Gefühl geht in seinem Fall soweit, dass er ihn weiterhin überall zu hören glaubt. Sein Leben als junger Erwachsener pendelt sich irgendwo zwischen psychiatrischer Anstalt und einer ärmlichen Wohnung ein. Mithilfe einer Schreibmaschine versucht er der beschwerlichen Vergangenheit und seiner traurigen Gegenwart Herr zu werden.

Mistys Meinung:


Hanno Koffler gehört zu meinen absoluten Lieblingslesern was Hörbücher angeht. Dank ihm gehört Tschick zu meinen absoluten Hörbuchlieblingen. Auch in Nachruf auf den Mond versteht er es wirklich ganz wunderbar die Charaktere zum Leben zu erwecken und jedem durch seine Stimmenimationen eine ganz eigene Persönlichkeit zu verleihen. An Passagen, der er den toten Bruder Simon nachahmt bekommt sein Talent fast schon gruselige Ausmaße. Für die Hauptfigur hätte ich mir jedenfalls auch in dieser Geschichte keine bessere Stimme vorstellen können.

Die Handlung bzw. die Erzählung an sich hatte für mich trotzdem ihre Längen und es gab viele Tage, da ich gar keine Lust hatte weiter zu hören. Es fällt mir wirklich sehr schwer irgendwie Kritik an dem Buch zu üben, finde ich die Thematik doch überaus erzählenswert und habe grundsätzlich gar nichts gegen traurige Geschichten. Trotzdem wollte es mich an vielen Teilen wohl nicht so richtig mitreißen bzw. fand ich es von der Stimmung her so düster und bedrückend, dass ich mich ihr nicht weiter widmen wollte.

Möglicherweise wird die Geschichte im Hörbuch in dieser Hinsicht viel intensiver, als wenn man die Handlung lediglich still selbst lesen würde. Zudem denke ich, dass ich wohl persönlich empflindlich auf die Situation der Figuren reagiert habe. Es gibt nämlich durchaus auch einige amüsante und wirklich zahlreiche hoffnungsvolle Passagen in dieser Geschichte. Trotzdem bleibt der Autor dabei sehr realistisch und verzichtet auch auf ein unathentisches Happy End.

Auch wenn ich selbst also oft mit der bedrückenden Stimmung nicht gut umgehen konnte, denke ich dass dieses Buch grundsätzlich sowohl packend als auch einfühlsam ist.

Fazit:


Eine grundsätzlich sehr tolle Geschichte, die sich dem schwierigen Leben seiner Hauptfigur und dessen Vergangenheit stellt. Dank Hanno Koffler wird sie ebenso wie ihre Mitmenschen wundervoll zum Leben erweckt. Möglicherweise war mir gerade dieser Umstand auch ein wenig zu intensiv, denn ich konnte nicht immer mit den vielen bedrückenden Situationen umgehen.

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Titel: Nachruf auf den Mond
Autor: Nathan Filer
Gelesen von: Hanno Koffler
Sprache: Deutsch
Hörbuch: 7h

Freitag, 5. August 2016

Das gute alte Sommerloch [News]

Mittlerweile blogge ich doch immerhin schon seit mehr als 4 Jahren und scheinbar scheint sich stets zur Sommerzeit eine längere Flaute einzustellen. So habe ich im Juli genau 2 Bücher angelesen und lediglich ein Hörbuch beendet. Insofern ist eine ausführliche Statistik für den letzten Lesemonat in meinen Augen hinfällig.

Abgesehen von Pokémon Go war ich auch so viel draußen unterwegs, während meine Bücher ein klein wenig eingestaubt sind. Wo die Sommermonate dank Urlaubswochen für andere die Hauptlesesaison zu sein scheinen, vergesse ich also fast komplett auf die Buchstabenwelt.



Da ich dieses Jahr jedoch vollständig auf Challenges verzichte, fühle ich mich durch diesen Umstand nicht weiter unter Druck gesetzt. Immerhin habe ich letzte Woche wieder ein wenig für Nachschub gesorgt, sodass mein SuB auch wirklich ganz bedrohlich wirkt.

Allen Leseeifrigen wünsche ich bis zu meiner Rückkehr jedenfalls viel Freude in ihren Buchwelten, auch ich werde sicherlich bald wieder dabei sein.