Sonntag, 8. Januar 2017

The Sun is also a Star [Rezension]

Instagram ist ein herrliches Pflaster für Bücherfreunde (und natürlich auch sonstige Suchtler jeder Art), geteilte Bücherlust sorgt bei mir selbst für größeren Lese- aber auch Kaufrausch. Bei diesem Titel hätte ich allerdings erwartet einen guten Deal zu landen, kenne ich die Autorin Nicola Yoon doch schon von Du neben mir. Das fand ich letztes Jahr sehr vielversprechend und hätte mir bei ihrem zweiten Buch noch mehr erwartet. Gesucht - nicht gefunden.


Inhalt:


Daniel und Natasha haben beide einen bedeutungsvollen Tag vor sich. Während aber Daniel auf dem Weg zu einem Aufnahmegespräch für ein College ist, ist Natasha unterwegs zur Einwanderungsbehörde, um mit aller Macht zu versuchen die Abschiebung ihrer Familie nach Yamaika zu verhindern. Sie treffen sich scheinbar zufällig, doch scheint ein jeder weiterer ihrer gemeinsamen Schritte wie vorhergesehen und besonders Daniel versucht Natasha davon zu überzeugen, dass sie füreinander bestimmt sind.

Mistys Meinung:


Einmal kurz durchatmen und ein letztes Mal nachdenken, ehe ich meine Meinung über dieses Werk kund tue........Sekunde......ok. Ich versuche jetzt wirklich mein möglichstes, um einfach nur eine negative Rezension und keinen Verriss zu verfassen, da ich davon mittlerweile eigentlich abgekommen bin, aber einige garstige Worte wird es wohl dennoch geben müssen.

Ich war von diesem Buch nämlich derart negativ überrascht, dass ich nicht umhin komme, das auch genau so auszuformulieren. Ich möchte sogleich mit einer kurzen Nörgelei darüber beginnen, dass ich es nicht ausstehen kann, wenn Autoren (besonders im YA Bereich) ihre Protagonisten gezwungen extraordinär und über alle Maßen speziell gestalten, sodass sie allerallerbestens gleich noch einen wundervollen Kontrast zueinander bieten. Manche Figuren, die ein wenig in diese Richtung gehen (wie etwa Jack aus Holding up the Universe) lasse ich oft gelten, ein wenig farbenfroh darf ein Buchcharakter ja durchaus sein. Hier haben wir aber die junge, wissenschaftlich versierte und lediglich an Physik und Fakten glaubende, dunkelhäutige Natasha mit pompöser Afrofrisur und recht schroffer Gesinnung und den jungen, dichterisch und überaus romantisch veranlagten Daniel, koreanischer Abstammung mit Zopf und auffallender Sensibilität.

Macht doch nichts, mag man munkeln, ist doch schön wenn sich Figuren verschiedener ethnischer Herkunft kennen und lieben lernen. Was aber wenn diese Figuren ihre gegensätzliche Einstellung vor sich stellen und ich beinahe eine jede Konversation über Zufall versus Schicksal, Liebe versus Chemie, Fakten versus Romantik vorhersagen kann? In meinen Augen ist das dann ermüdend und es hilft mir absolut nichts, wie vermeintlich außergewöhnlich die beiden Figuren sonst auch sein mögen. Zudem die Geschichte mit ihren tausend kleinen, exakt passenden Zufällen einem die Schicksalhaftigkeit wirklich sehr aufdrängt.

Dazu kommt, dass dieses Buch vor hoffnungsloser Romantik praktisch übergeht und das leider ebenso wenig mein Fall ist. So lernen sich Natasha und Daniel an einem eigentlich sehr prekären Tag für Natasha kennen, aber ihre Gefühle füreinander werden so stark, dass sogar die sonst wie gesagt sehr schroffe Natasha nicht erwehren kann sich hauptsächlich für ihn zu interessieren und ein bisschen weniger für die bevorstehende Abschiebung. Mir selbst ist gleich wer an instant Liebe glaubt oder nicht, aber für die Spannung einer Geschichte finde ich sie sehr langweilend. Und eher unpassend die deraus resultierenden, klar positiven Folgen für alle anderen beteiligten Figuren. Ein Tag mit Daniel ( ja die ganze Geschichte spielt sich wirklich an einem einzigen Tag ab!) und Natasha rettet die Beziehung zu ihrem Vater, ihre eigene berufliche Zukunft und dank eines kleinen Danke noch das Leben einer depressiven, suizidgefährdeten Beamtin. Ich weiß, dass dieses Buch einfach nur eine positive Botschaft versenden möchte, aber gerade letzteres geht mir einfach zu weit.

Bei dieser Geschichte bin ich mir übrigens sicher, dass wir uns nicht einfach am falschen Fuß erwischt haben, selbst im Zustand hellster Euphorie würde mich diese Abhandlung nerven.

Fazit:


Überhaupt nicht mein Fall. Übertrieben konträr aufgesetzte Figuren, die vorhersehbare, typisch alltagsphilosophische Gespräche führen, welche wiederum dazu führen, dass die Welt zu einem besseren Ort wird. Nein danke.

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Titel: the sun is also a star
Autorin: Nicola Yoon
Verlag: Delacorte Press
Sprache: Englisch
Taschenbuch: 348 Seiten

Sonntag, 1. Januar 2017

Die schwarzen Moore [BD-Rezension]

Der erste Post im neuen Jahr ist immer ein ganz freudiger Moment, da mein Archiv (bei mir "let´s do the time warp again" genannt) dann umspringt, um eine neue Auflistung zu beginnen. Ja, die kleinen Freuden des Bloggens. Auf jeden Fall an dieser Liste aber ersichtlich, dass ich heuer meinen 5. Bloggeburtstag feiern werde! Diese Tatsache ist doch bittesehr ein wundervoller Einstieg in das neue Lesejahr! Noch viel schöner wird dieser, wenn er von einem Comic begleitet wird. Happy New Me Year!




Inhalt:


Als der Fotograf Antoine durch die Ebenen des Aubrac streift ahnt er noch nicht, dass er anstelle von neuen Motiven auf Schatten einer grausamen Vergangenheit stößt. Er entflieht der bedrohlichen Landschaft in ein nur bedingt gastfreundliches Wohnhaus, dessen Bewohner ihm fast ebenso viel Angst einjagen. Trotzdem lässt er sich auf die beiden ein und findet sich bald in einem merkwürdigen Schleier zwischen Wirklichkeit und Phantasie wider, wobei Freund und Feind zu unterscheiden immer schwerer fällt.

Mistys Meinung:


Das Stichwort "Moor" hätte bei mir vermutlich schon gereicht Interesse an diesem Comic zu bekommen, als dann jedoch noch das Schlagwort "Gévaudan" aufleuchtete war mein Kaufentschluss sofort getroffen. Zu gut kenne ich diese Landschaft aus meinen heißgeliebten historischen Werwolfromanen. Allerdings hegte ich witzerweise bereits vor Lesebeginn die Vermutung, dass der Werwolf wohl nur am Rande angekratzt werden würde, was sich schließlich auch bewahrheiten sollte.

Also gleich Vorneweg: Kein Big Bad Wolf in dieser Geschichte, die Handlung spielt immer wieder ein klein wenig mit dem Motiv, aber es gibt kein blutiges Gefleische (zumindest nicht von Seiten eines Wandelwesens). Am Übersinnlichen kommt die Story aber nicht ganz vorbei, wobei letzlich offen gelassen wird, ob man es als realistisch ansehen möchte oder nicht. Diese Spielerei fand ich eigentlich recht gelungen, ich habe sie in der Art in einer bilderreichen Geschichte noch nicht so geschickt verarbeitet gesehen. Ist es schließlich nicht leicht etwas als vielleicht nicht real einzustufen, wenn es bereits gesehen wurde.


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Etwas weniger gelungen fand ich allerdings die Auflösung bzw. die Hintergrundgeschichte der beiden zu Beginn seltsam anmutenden Hauptfiguren und den ein wenig zu tragisch zugespitzten Handlungshöhepunkt. In dieser Hinsicht ging mir die Sache dann ein wenig zu schnell und definitiv auch zu typisch vonstatten. Die Motive bzw. Zwänge der weiblichen Hauptfigur Melody fand ich dabei sogar recht unpassend und abwertend (da wissenschaftlich schwer definierbar). Hinsichtlich der Handlung konnte mich dieser Titel also nicht ganz überzeugen, aber glücklicherweise erwarte ich mir von einem Comic ja auch keine literarische Glanzleistung.

Heute kommen die Zeichnungen bei mir aber zuletzt und somit ergibt sich trotzdem noch ein sehr positiver Abschluss. Von den Bildern, ihren Farben und den szenischen Details war ich nämlich schlichtweg begeistert. Dabei gefielen mir sowohl die größeren Landschaften, als auch die Momentaufnahmen der Gesichter und Innenansichten der Gebäude. Durch viele kleine Details und einen jeweils geschickt gelegten Fokus (etwa auf Einrichtungsgegenstände, kleine Bewegungen etc.) wird eine wundervoll düstere und auch verzweiflungsgeladene Stimmung erzeugt, die der Dramatik durchaus zugute kommt. Dadurch wurde der Comic für mich auf jeden Fall noch zu einem Augenschmauß, selbst wenn die Handlung dem ein wenig hinterher hinkte.

Fazit:


Dank des Reichtums an wundervoll gestaltenten Bildern und deren gelungener Abfolge sorgte dieser Titel für ein genussreiches Lektürestündchen, obwohl ich den Handlungsschlüssen und Höhepunkten nicht immer etwas abgewinnen konnte.

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Titel: Die schwarzen Moore
Autor & Illustrator: Christophe Bec
Verlag: Splitter
Sprache: Deutsch
Gebundene Ausgabe: 64 Seiten

Mittwoch, 28. Dezember 2016

Jahresrückblick 2016 [Statistik]

Einige wenige Seitenschläge haben wir noch vor uns, dann schreibt auch 2016 bereits sein Ende. Summa Summarum war dies ein sehr gutes Jahr für mich als Privatperson und wie üblich habe ich kaum Besserungsvorsätze für das neue Jahr. Lieber blicke ich ein letztes Mal liebevoll zurück auf meine diesjährigen Lektürestunden.




Ein klein wenig Lamento zu Beginn möchte ich jedoch schon anstimmen, schließlich lügen meine Monatsstatistiken nicht. Weil ich dieses Jahr noch viel mehr in Arbeit vergraben war als im Vorjahr und sehr viel Energie und Lebenskraft in den Buchhandel gesteckt habe, ist das Lesen vergleichsweise noch kürzer gekommen als in den Vorjahren. Dieses Jahr bin ich zudem vollkommen challengefrei geblieben, ich hatte mir noch nicht einmal ein zahlenmäßiges Leseziel gesteckt. Dadurch wollte ich versuchsweise herausfinden, ob ich wenn nicht dazu gewzungen wirklich weniger lesen würde.

Klare Antwort: Jep! Ich habe um einiges weniger gelesen als in den Vorjahren und zwar in einem durchaus schon bedenklichen Ausmaß. Direkt proportional dazu verhielten sich natürlich meine Blogposts. Aber da ich als Büchermensch wenig für Zahlen übrig habe (abgesehen von den vielgeschätzten Seitenzahlen) stimmt mich dieser Einbruch eigentlich überhaupt nicht negativ. Im Gegenteil: Ich bin überrascht, dass ich nach sovielen Jahren und trotz all der Ablenkungen des Arbeitslebens trotzdem ruhig und fröhlich vor mich bin blogge. Und dass ich 5-6 Tage die Woche von Büchern umgeben bin, diese gleich Sysiphus schlichte und schleppe, in scheinbarer Unendlichkeit und trotzdem immerhin gute 30 Exemplare davon in meiner Freizeit lese ist eigentlich ein schönes Ergebnis.

Daher nehme ich mir auch für 2017 keine Ziele, sondern schaue einfach wieder wohin der Bücherpfad mich führt. Nun aber wieder ein wenig Zahlenchaos als Beweis, dass ich überhaupt in vielen Seitenwelten zu Besuch gewesen bin.

  • Gelesene Bücher: 30
  • Gelesene Comics: 20
  • Hörbücher: 4

  • Gelesene Seiten: 14.221
  • Gelesene Seiten/Tag: 39
  • Gehörte Stunden: 42h 

Ich habe nicht gerundet, ich bin tatächlich auf exakt 30 Bücher und 20 Comics gekommen (ich war selbst gerade ein wenig überrascht darüber.). 14.000 Seiten stimmen mich aber auch jeden Fall glücklich. Hörbücher waren dieses Jahr ein wenig karg vertreten, ich hätte zwar mehr begonnen, wollte sie aber dann meist nicht mehr beenden, weil ich das Interesse am Inhalt zu schnell verloren habe. Nun wird es aber Zeit meine klassisch buchigen Highlights hervorzuheben, die ich wieder spontan ausgewählt habe.




Ich hoffe auf ein weiteres wundervolles Lesejahr und wünsche allen lesenden Zivilisten, Bloggern und sonstigen Besuchern einen guten Start für 2017.

Dienstag, 27. Dezember 2016

Holding up the Universe [Rezension]

Kurz vor Jahresschluss melde ich mich nocheinmal zurück vom weihnachtlichen Arbeitsstress und finde dank zweier (wohlverdienter) freier Tage auch noch ein wenig Zeit für Aufräumarbeiten, lesen und bloggen. Da ich in den Wochen zuvor kaum über arbeiten, essen und schlafen hinaus gekommen bin, sah es in dieser Hinsicht im Dezember eher karg aus. Aber genug von der Plackerei, wenden wir uns einem netten Jugendbuch zu.




Inhalt:


Nachdem Libby es mit dem Titel "Americas Fattest Teen" in die Schlagzeilen geschafft hat, verbringt sie zwei Jahre damit radikal abzunehmen und im wahrsten Sinne des Wortes wieder auf die Beine zu kommen. Sie wagt auch den Schritt zurück in eine öffentliche High School und ist bereit sich allen schulischen und sozialen Hürden zu stellen. Neben den üblichen Schmähungen und Beleidigungen anderer Mitschüler trifft sie dort auch auf Jack, den beliebten Radaumacher, der sie ebenfalls einer üblen Blamage aussetzt, ihr jedoch zugleich sein best gehütetes Geheimnis anvertraut.

Mistys Meinung:


Jugendbuch ist und bleibt eines meiner meistgelesensten Genres, es gibt zuviele Tage in Jahr, da ich solch leicht geschriebene, liebevolle Lektüre einfach unheimlich genieße (obwohl ich mich sonst absolut ungern in meine eigene Schulzeit zurück versetze). Aber es erstaunt mich einfach bei jedem Titel von neuem welch gelungene, tiefsinnige Literatur es in diesem Bereich heutzutage gibt, ich selbst erinnere mich ledlich an literarische Moralkeulen (nimm keine Drogen, lauf nicht von zuhause weg, verhüte mal besser, Finger weg von Zeugen Jehovas....), die auch sprachlich nicht wirklich sonderlich gut verpackt waren.

Hier haben wir jedoch erneut eine kleine Perle auf diesem Gebiet und obwohl ich mit der doch recht offenkundigen Message "liebe dich so wie du bist" natürlich nicht begeistert durch die Welt ziehe, war ich trotzdem berührt von der liebevollen Geschichte. Zunächst einmal lag dies an der angenehm positiven Hauptfigur Libby, die frei von jedem Girliegezicke auftritt und deren Launen stets nachvollziehbar blieben. Ihr männlicher Gegenpart Jack, der unter der seltenen Krankheit Prosopagnosie leidet fand ich ein wenig erzwungen speziell, schließlich begegnet man sehr selten Leuten, die nicht in der Lage sind Gesichter zu erkennen. Da ich aber dieses Krankheitsbild als begeisterte Leserin von Oliver Sacks grundsätzlich interessant finde, arrangierte ich mich damit auch in dieser Geschichte und empfand sie als passables Konfliktpotential (und jeder Roman braucht irgendein Konfliktpotential).

Die Handlung sorgte ebenso wie die Sprache für einen angenehm plätschernden Lesefluss, ohne zu sehr auf Spannungshöhepunkte zu pochen (was ich aber bei Contemporary YA auch gar nicht erwarte). Die zahlreichen anderen Figuren rundeten die Geschichte für mich recht schön ab und ich war froh, dass einige Personen auch ambivalent und nicht nur schwarz/weiß dargestellt wurden (eine gnadenlos böse Zicke aber braucht eine jede Schulzeit).

Neben den Hürden, die Libby nach ihrer Rückkehr auf die Schule so bestehen muss bleibt natürlich auch die sich entwickelnde Liebesgeschichte ein großer Bestandteil der Handlung. Einige romantischere Kapitel bleiben natürlich nicht aus, im großen und ganzen fand ich den Hergang aber angenehm bodenständig und war damit sehr gut unterhalten. Das Englisch ist dabei nicht sonderlich schwer zu lesen, die meisten Jugendbegriffe waren mir geläufig und ich fand die Sprache der beiden Hauptfiguren oft recht witzig.

Fazit:


Eine recht liebevolle und witzige Geschichte zweier außergewöhnlicher Jugendlicher, die man schnell und gerne in sein Herz schließt. Für Fans von John Green und Rainbow Rowell auf jeden Fall ein heißer Tipp.

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Titel: Holding up the Universe
Autorin: Jennifer Niven
Verlag: Penguin Random House
Sprache: Englisch
Taschenbuch: 391 Seiten

Sonntag, 11. Dezember 2016

Das Buch vom Meer [Rezension]

6 Tage Weihnachtlicher Werktage Wahnsinn nun ein genüsslicher Sonntag. Trotzdem habe ich es diese Woche wieder geschafft abends ein wenig zu lesen und meine Seiten-Statistik ist noch nicht erfroren. Apropos: ich vermisse den Schnee!


Inhalt:


Seit Jahren schon hegen zwei skandinavische Freunde den Traum eines Tages einen Eishai zu fangen. Als sie sich schließlich wirklich zusammentun, um in einem kleinen Boot auf dem Nordatlantik nach einem zu angeln, sehen sie sich allerlei kleineren und größeren Pannen gegenüber gestellt. Dies lässt dem Autor -einer dieser Freunde- jedoch genügend Zeit um über das Meer und seine Bewohner an sich zu berichten.

Mistys Meinung:


Da ich mir sehr gerne Bücher angle, deren Cover ich vielversprechend finde, gelangte auch dieser Titel in mein Netz (Achtung: im folgenden Text wird es womöglich weitere subtile sprachliche Anspielungen geben). Dabei war mir jedoch noch gar nicht bewusst, dass ich hier kein rein fiktionales Werk, sondern eigentlich eine recht dichte Sammlung an wissenschaftlichen Daten & Fakten in meinen Bücherfundus gebracht hatte.

Da ich mich aber auch sehr für Tierbiologie interessiere war dieses Buch für mich ein kleiner Leseschatz. Ich kann mich nicht erinnern, ob ich schonmal auf eine ähnliche Mischung aus Sachtext und Roman gestoßen bin, denke aber, dass es sich hierbei wohl um ein Debut handelt. Mich verwundert es nicht, dass der Autor bereits zahlreiche Preise für seine sprachlich hochwertigen Publikationen eingeheimst hat. Ein schöner Ansatz aus Sachtexten zugleich literarische Perlen zu machen.

Anders als das Meer selbst, das gerne einmal stürmischer unterwegs ist, zeigt sich dieses Buch jedoch auschließlich von seiner ruhigen Seite. Dramatische, blutige Kämpfe mit einem Meeresungetüm braucht man als Leser also nicht erwarten. Dafür bekommt man aber alle möglichen kuriosen Meeresgeschöpfe und deren Besonderheiten vorgestellt, die sich immer wieder durch die Rahmenerzählung schlängeln und mehrere Seiten einnehmen. Auch historische Erzählberichte  finden ihren Weg aus den Untiefen ans Licht, wobei man nicht umhin kommt über den damaligen Glauben schmunzeln zu müssen und sie fast noch kurioser zu finden als eine Qualle mit 300 Mägen.

Die Berichte bleiben dabei allerdings nicht nur locker und amüsant, es gibt auch viele ernsthafte und besorgende Einblicke in den Status des Meeres heute und den irreversiblen Schäden, die der Mensch der Umwelt immer mehr zufügt und die drastischen Auswirkungen. So wurde mir zum ersten Mal wirklich bewusst welche große Rolle (womöglich die größte?) das Meer und seine Verschmutzung einnimmt, mein Fokus lag bisher mehr auf den Vorgängen an Land. Dass die Schwärmerei des Autors von einem Moment zum anderen kippt hin zu dunkler Zukunftsprognose spricht für mich noch mehr für den Wert dieses Buches und seine Wichtigkeit.

Fazit:


Eine ganz besondere, für mich einzigartige Mischung aus fiktiver Geschichte und Sachtext, die es auf jeden Fall verdient gelesen zu werden.

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Titel: Das Buch vom Meer oder wie zwei Freunde im Schlauchboot ausziehen, um im Nordmeer einen Eishai zu fangen und dafür ein ganzes Jahr brauchen
Autor: Morton A. Stroknes
Verlag: DVA
Sprache: Deutsch
Gebundene Ausgabe: 368 Seiten

Freitag, 2. Dezember 2016

Gelesen im November [Statistik]

Eigentlich hätte ich im Dezember nicht so schnell damit gerechnet, es wieder zum Bloggen zu schaffen, aber nebst einigen Büchern dürfte ich meine Nase etwas zu nah in Bakterien gesteckt haben, jedenfalls habe ich mich eine ordentliche Erkältung eingefangen und bin nun ans Bett gefesselt. Mit ein wenig Anstrengung nehme ich mir daher die Zeit für einen Monatsrückblick.




  • Jennifer L. Armentrout: Lux Beginnings (Obsidian+Onyx)
  • Sarah J. Maas: A Court of Thorns and Roses
  • Morten A. Stroksnes: Das Buch vom Meer
 
  • Gelesene Bücher: 3
  • Gelesene Seiten: 1588
  • Gelesene Seiten/Tag: 52

Vorneweg: Man möge das eBook ignorieren, ich habe es im November nicht mehr beenden können, musste aber das Foto vorneweg schießen, da ich gleich zwei dieser Titel hergeborgt habe. Dennoch habe ich eigentlich 4 Bücher gelesen, da dieser opulente Lux-Band gleich den ersten und den zweiten Teil enthält, die ich vernünftigerweise auch separat rezensiert habe (und zwar hier und hier). Vernünftig insofern, da ich vom ersten Teil wirklich begeistert war, der zweite hingegen schon ein ordentlicher Dämpfer war. In meiner Gier habe ich mir aber ohnehin schon die restlichen drei Teile besorgt und werde wohl bald erfahren, ob ich diese Reihe wieder loben darf.

Sehr unterhaltsam und auf seine Weise auf jeden Fall ziemlich außergewöhnlich war Das Buch vom Meer. Ich denke nicht, dass mir überhaupt schon einmal eine derartige Konstellation aus Sachbuch und fiktiver Geschichte in die Hände gefallen ist und ich habe dieses Buch wirklich sehr genossen. Sobald ich wieder halbwegs auf den Beinen bin werde ich eine Rezension verfassen.

Im November habe ich nun Instagram für mich entdeckt und sogleich gute 100 Bookstagramer aboniert, die mir einen Haufen Bücher schmackhaft gemacht haben, darunter auch A Court of Thorns and Roses, das ich zeitweise ebenso wenig aus der Hand legen wollte wie Obsidian. Gegen Ende hin fiel es zwar wieder ein wenig ab, aber hier freue ich mich auch wirklich schon sehr auf die Fortsetzung und gedenke ebenfalls eine positive Rezension zu verfassen.

Alles in allem war ich im November für meine Verhältnisse wieder sehr leseaktiv und gedenke auch im letzten Monat des Jahres noch einige buchige Abenteuer zu bestehen (sobald ich wieder mehr als 10 Seiten lesen kann, ohne dass mir die Augen vom Fieber brennen *selbstbemitleide*).

Allen anderen aktiven Bloggerfeen da draußen ebenso einen wunderbaren Lesemonat und eine hoffentlich schöne Weihnachtszeit!

Sonntag, 20. November 2016

Onyx [Rezension]

Kurz bevor mich das Weihnachtsgeschäft verschlucken wird (ist dieses Jahr der Erste Advent doch schon im November) möchte ich  noch ein paar Blogbeiträge verfassen. Dann wird ihn wohl der alljährliche Winterschlaf erfassen und erst wieder nächstes Jahr so richtig erwachen. Buchmäßig ist meine Freizeit jedoch momentan noch wundervoll ausgeschmückt und so hätte ich noch einige Rezensionen in petto.


Inhalt:


Achtung Spoiler!

Nach der anfänglich etwas holprigen Kennenlernen von Daemon und Katy gestehen sich die beiden ein, dass sie etwas füreinander empfinden, dennoch bleibt sie abweisend. Redet sie sich doch ein, dass ihr Alien-Anwärter von Beginn an charmanter hätte vorgehen sollen. Dass ein neiner Schüler auftaucht, der ebenfalls Interesse an ihr bekündet erleichtet die Angelegenheit nicht wirklich und auch dass sie selbst übernatürliche Kräfte zu entschwickeln scheint trägt zu weiterem Chaos bei.

Mistys Meinung:


Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben und einen zweiteiligen Jugendbuchroman definitiv einzeln rezensieren. Gut, dass ich so vorgegangen bin, denn dieser zweite Teil der Reihe ist schonmal ein ganz anderes Kaliber als der erste, den ich wirklich recht unterhaltsam gefunden habe. Hier konnte ich -wie mancher merken möge- nicht einmal so recht bei der Inhaltsangabe zusammen reißen (bereits hier mag manche Formulierung ein wenig sticheln).

Nun gut, aber nun direkt zum Buch: wie erwähnt fand ich Obsidian wirklich gelungen und es hat mich definitiv dazu animiert es schnell lesen zu wollen. Die Konfrontationen zwischen Deamon und Katy fand ich zumeist erbaulich und sie hatte sicherlich ihren Reiz. Allerdings habe ich bereits befürchtet, dass auch die Folgebände sich alleine auf das Auf-und-Ab der beiden konzentrieren würde und voilà genau das war der Fall. Banal gesagt mag ich keine Pärchen deren Verbindung sich dadurch erhält, dass sie ständig aneinander geraten, weder im echten Leben noch in Büchern. Das erste Kennenlernen der beiden ist vorbei, dennoch wissen sie nicht wohin mit sich, obwohl sie sich heimlich begehren wie den Stein der Weisen. Aber mangelnde Kommunikation und ausreichend Eifersüchteleien dehnen sich wirklich über sehr viele Seiten hin und das dämpfte meinen Lesegenuss wirklich. Zudem wusste ich nicht so recht, was ich von dem Dreiecksspiel halten sollte, aber irgendwie musste wohl von außen ein wenig Wind in den Plot, was für mich nicht ganz gelungen ist.

Trotzdem positiv erwähnenswert finde ich die Hauptfigur Katy selbst. Zwar fand ich die Kämpfe zwischen ihr und ihrem Lover wirklich ermüdend, aber sie als Figur weiterhin sympathisch. Und was mich auch in diesem Band durchhalten hat lassen war ihre witzige Sprache, die sicherlich im Englischen weit besser heraus kommt als in den Übersetzungen und ich bin sehr sehr froh, dass ich sie im Original begonnen habe.

Ebenfalls grundsätzlich interessant fand ich die Tatsache, dass Katy selbst beginnt übernatürliche Kräfte zu entwickelt, die nach einer Heilung von Daemon auf sie über gegangen sind. Damit tritt sie ein wenig aus dem üblichen Paranormal-Schatten, der das schwächere menschliche Glied automatisch zum beschützenswerten Objekt macht. Hätte ich ein wenig mehr Kämpfe gegen Arum und weniger zwischen den bekommen wäre das sicherlich kurzweiliger gewesen. Ich hoffe sehr, dass sie die Folgebände ein wenig mehr darauf konzentrieren werden, denn ich werde ihnen auf jeden Fall noch eine Chance geben.

Fazit:


Definitiv kein Höhenflug mehr wie der Vorgängerband und leider sogar ein ziemlicher Dämpfer in meinen Augen. Darauf hoffend, dass die Reihe sich wieder ein wenig mehr vom Teenie-Drama wegbewegen möchte hoffe ich auf den nächsten Teil.

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Titel: Onyx
Autorin: Jennifer L. Armentrout
Verlag: Entangled Teen
Sprache: Englisch
Reiheninfo: Band 2/5