Samstag, 1. März 2014

Frankenstein [Rezension]

Da ich auf Besuch bei meinen Eltern bin, musste für dieses Foto Baby-Pilgrim anstelle von Nabu einspringen. Keine Sorge, mein sonstiges Friedhofsmaskottchen ist nicht etwa vom Regal gefallen oder ähnliches. Zu Frankenstein; Da ich kürzlich den (mehr oder weniger) aktuellen Film I Frankenstein im Kino gesehen habe, dessen Handlung mich -abgesehen davon, dass ich sie nicht besonders gelungen fand- eher verwirrt hat, wollte ich endlich die Orginal Geschichte lesen. Diese fügt sich nun wunderbar in mein Gothic-Horror-Fiction Quartett, das ich unbedingt gelesen haben wollte (dazu zähle ich noch Dracula, The Strange Case of Dr.Jekyll and Mr. Hyde und The Picture of Dorian Gray, die ich ebenfalls schon gelesen habe).


Inhalt:


Der junge Polarforscher Robert Walton trifft auf seiner Expedition überraschenderweise mitten im Eismeer auf einen Reisenden, der sich ihm als Victor Frankenstein vorstellt. Gebannt lässt er sich von diesem dessen Lebens-und vor allem Leidensgeschichte erzählen, die sich rund um ein gefürchtetes Wesen dreht, dass Frankenstein selbst erschaffen hat.

Mistys Meinung:


Ehrlich gesagt hat mich die Geschichte des Frankenstein Monsters nie interessiert, genau genommen habe ich erst beim Film neulich kapiert, dass Frankenstein der Name des Erschaffers und nicht der des Monsters selber ist. Dieses Unwissen spricht für sich. Natürlich kenne ich einige Szenen aus den alten Filmen, fand aber nie Begeisterung für den großen Mann mit den beiden-ja sind es Metallstifte?- seitlich am Hals. Da konnte ich mit Graf Dracula stets mehr anfangen.

Meine jetzige Bilanz jedoch: Schade! Wirklich ausgesprochen schade, dass ich mich diesem Horror-Klassiker nicht früher genähert habe! Ich war ausgesprochen erstaunt und positiv überrascht über den gelungenen und detailreichen Schreibstil von Mary Shelley und begeistert mit welcher Sensibilität sie sich der Thematik des Lebens und der Frage nach dem Wert des Lebens annähert.

Dabei hätte ich erwartet die üblichen schwarz-weißen gegnerischen Instanzen vorzufinden und die erschaffene Kreatur rein böse gewähnt. Doch so einfach wird es dem Leser nicht gemacht, die Autorin verstand es ausgezeichnet zu differenzieren und erschuf damit eine ausgesprochen tragische Figur, die sich keineswegs von vorn herein grausam zeigt. Obwohl die Geschichte bereits 1818 publiziert wurde und sich leicht zeitliche Schwierigkeiten beim Lesen solch alter Geschichten ergeben können, war ich wirklich ergriffen vom Leiden der Figuren. Zeitweise konnte ich mich nicht entscheiden ob ich Frankensteins Kreatur oder ihn selbst mehr bedauern sollte.

Auch der Verlauf und das Ende der Geschichte passen sich angemessen ein und gehen über banales Happy-End und Rachegelüste hinaus. Das Englisch ist durchaus anspruchsvoll und die Sprache enthält natürlich einige veraltete Begriffe, doch ich fand den Lesefluss dadurch kaum unterbrochen.

Fazit:


Ausgesprochen gut gelungene Geschichte, die durch ihre vielseitigen, tragischen Charaktere überzeugt und auch den heutigen Leser noch stark emotional bewegen kann.

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Titel: Frankenstein
Autorin: Mary Shelley
Sprache: Englisch
Taschenbuch: 206 Seiten

1 Kommentar:

  1. Huhu =) Ich find das Konzept deines Blogs klasse. Ich finde es nämlich ziemlich langweilig, dass man auf den meisten Blogs immer nur Rezensionen zu den selben brandaktuellen Büchern findet. Gähn

    Auch toll, dass du dich auch Klassikern widmest. ich liebe Frankenstein ^^ Kommt in meiner Rubrik Classic Time, bestimmt auch noch ran.

    Und WTF ist das ne Alduin Figur? *___*
    LG Miss-Page Turner

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