Montag, 6. Januar 2014

Wolfsgier [Rezension]

Und schonwieder am Lese-Trödeln, kaum dass das neue Jahr begonnen hat. Trotzdem kommt ein Werwolf-Buch stets gelegen und bei solchen bleibe ich zumeist dran, selbst wenn ich kaum Zeit finde nach einem Buch zu greifen. Glücklicherweise kann ich mit diesem Buch auch gleich die erste Aufgabe für die Olympia-Challenge erfüllen, denn dieses Buch -wenngleich es nur 365 Seite zählt- bringt stolze 650g auf die Waage und erfüllt somit die Kategorie 'Gewichtheben'. Die Seiten sind nämlich dermaßen dick und vermutlich mit Beton vermengt, dass es beim Lesen mitunter wirklich zur Qual wurde, da sich das Buch kaum in einer Hand halten ließ!





Inhalt:


Das Leben der jungen Emma Gordon verläuft in geraden Bahnen, sie lebt in London, hat eine reiche Tante die ihr zum sozialen Aufstieg verhilft und bald soll sie mit einem wohlhabenden Mann verlobt werden. Dann jedoch beginnen ihre unaufhaltsamen Fieberträume in welchen sie von einer reißenden Bestie verfolgt wird. Um dem Ursprung der Träume auf den Grund zu gehen reist sie zurück in das Dorf Cranmoor, wo sie ihre Kindheit verbracht hat und wird dort alsbald in schreckliche Ereignisse hinein gerissen.

Mistys Meinung:


Für mich kann ein Lesejahr eigentlich gar nicht besser beginnen, als mit einem Buch über Werwolfe. Wie bereits aus meinen zahlreichen Rezensionen über solche Bücher ersichtlich liebe ich kein Fabelwesen mehr und akzeptiere gerne die verschiedensten Erscheinungsformen solange es nur ordentlich blutig zur Sache geht! Auch bei diesem Buch wurde ich in dieser Hinsicht nicht enttäuscht und war besonders von dem Setting begeistert.

Die Geschichte spielt sich im Jahr 1880 ab, eine Zeit in der ich die blutreißenden Wölfe am liebsten weiß, da man sich ihrer noch kaum mit wirksamen Schusswaffen erwehren kann. Zudem ist der Hauptteil der Handlung in einem Dorf, das von Moor umgeben ist und dies erinnerte mich freudig an mein erstes Werwolfbuch von dem Autor R.L.Stine, dessen Handlung ebenfalls in einem Moor spielt. Werwölfe und Moorlandschaften in denen sich ihre Umrisse im Nebel abzeichnen, ergänzen sich einfach so wunderbar wie Wer und Wolf.

Ich habe bereits früher eine Bücher von Brigitte Melzer und ihren Pseudonymen gelesen und war soweit mit der Handlung immer recht zufrieden, wobei ich mich erinnern kann, dass ich mich an ihrem Schreibstil störte. Das war bei diesem Buch nicht der Fall, wobei ich nicht weiß, ob ich nicht einfach schon zu lange durch die Unterhaltungsliteratur jage um sprachlichen Besonder-und Absonderlichkeiten momentan überhaupt zu schmecken. Das eine Liebesgeschichte in den Handlungsmittelpunkt gestellt wird hätte ich nicht unbedingt gebraucht, hatte es bei der Autorin jedoch schon erwartet. Diese wird ein wenig breit getreten, solange ich jedoch regelmäßig Wolfsauftritte vorfinde, störe ich mich daran nicht wirklich.

Das Auftauchen bzw. die Quelle der Werwölfe wird in dieser Geschichte einmal ganz neu erklärt und dieser Umstand erschien mir ausgesprochen erfrischend, wenn auch etwas ungewohnt. Aber durchaus eine schöne Idee. Die Twists in der Handlung sind aber etwas vorhersehbar und verlieren im Vergleich mit einem ordentlichen Thriller ziemlich. Dafür haut die Autorin beim Finale ordentlich auf die Random-Taste, womit ich mich nicht so ganz zufrieden geben kann. Allerdings ergibt sich dadurch irgendwo auch eine erfrischende Wende zu ihren sonstigen Büchern.

Fazit:


Wiederum ein lesbarer Werwolf-Roman, dessen Umgebung sehr passend gestaltet wird, wenngleich die Handlung nicht immer zu überraschen weiß.

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Titel: Wolfsgier
Autorin: Brigitte Melzer
Sprache: Deutsch
Taschenbuch: 365 Seiten

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