Mittwoch, 24. April 2013

Lesen und Leben [Rezension]

Eigentlich wollte ich mich in den letzten Tagen, während meiner Lesestunden, gemütlich mit "banaler" Unterhaltungsliteratur vergnügen, was jedoch von den Leseaufträgen meines Studiums vereitelt wurde. So nam ich mir letztes Wochenende gleich das erste Buch auf meiner Liste "Lesen und Leben" vor, das ich gleich, ganz konträr zu meiner normalen Lesekonzentrationsdauer, innerhalb von 2 Tagen ausgelesen hatte.

Inhalt:


Ähnlich einer Collage hat der Literaturwissenschaftler Karlheinz Rossbacher verschiedene Kurztexte, die seiner Feder entsprungen sind, sortiert nach den Anfangsbuchstaben des jeweiligen Beitrags, in einem Buch zusammen gefasst. Diese enthalten einerseits Erinnerungen aus seinem Leben, sowohl aus der Jugend - als auch aus seinem späteren Berufs- und Privatleben, sind aber auch immer wieder durchzogen von Bezugennahmen auf Literatur, Politik und Geschichte. So schafft sich der Autor, der sich sonst nur mit den, von anderen Literaten verfassten, Texten beschäftigt, ein eigenes Werk.

Mistys Meinung


Als großer Freund (selbst muss ich mich ja wohl nicht zwingend gendern) von schönen Zitaten konnte ich mich sehr schnell mit diesem Werk anfreunden, da Karlheinz Rossbacher wiederholt bei seinen Überlegungen und Erinnerungen die Weltliteratur zu Hilfe nimmt um Aussagen mit einem passenden Zitat abzuschließen. So hatte ich während des Lesens permanent ein Klebezettelchen zur Hand um mir gute Zitate markieren zu können. Generell gefiel mir die Bezugnahme und ständige Verbindung zur Literatur, selbst dann wenn es sich um ganz private Erinnerungen und Erzählungen handelte, sehr gut.

Ich selbst könnte wahrscheinlich eine niedergeschriebene Geschichte durch mein Leben ähnlich aufziehen und alle möglichen Erinnerungen und Gedanken mit Büchern assoziieren, da auch mich die Literatur in meiner Lebens-und "Denkenswelt" schon sehr lange (wie wohl jeden Büchernarren) begleitet. Viele der erwähnten Autoren erinnerten mich an die jeweilige Lektüre, andere unbekannte nam ich mir insgeheim gleich selbst zum Lesen vor. Im Laufe des Buches jedoch wurden mir die wiederholten Einschübe und zum Teil vor allem auch Abschweife quer durch die Lesewelt etwas anstrengend und ich hätte mir mehr abgeschlossene Erzählungen über die persönlichen Erlebnisse des Autors selbst gewünscht.

Anhand der großen Literatur- und auch sonstiger Exkurse war ich auch desöfteren im Zwiespalt mit mir ob mir der Autor denn nun, dessen Aufzeichnungen schließlich einen großen Anteil an persönlichen Einstellungen enthalten, sympathisch werden wollte oder nicht. Einerseits empfand ich viele seiner Ideen und Erzählungen als plausibel und gut reflektiert, an anderen Stellen im Buch wiederum drängte sich manches fast schon als "überheblich akademisch" auf. Insofern freue ich mich schon sehr schon auf den Vortrag , den Karlheinz Rossbacher diese Woche auf meiner Uni halten wird, um mir persönlich ein Bild machen zu können.

Fazit:


Eine schöne Sammlung der Memoiren des Autors, an denen sich besonders Leser der Weltliteratur erfreuen können aufgrund der zahlreichen Literaturexkursen im Text.

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Titel: Lesen und Leben
Autor: Karlheinz Rossbacher
Sprache: Deutsch
Gebundene Ausgabe: 292 Seiten

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