Mittwoch, 4. Oktober 2017

Nevernight [Rezension]

Hier kommt auch schon die letzte ausständige Rezension des Septembers. Das Buch war ein hervorragender Abschluss zu diesem wunderbaren Lesemonat und ich möchte gerne mit allen teilen, wie sehr ich es genießen konnte.



Inhalt:


Mia Covere möchte den Tod ihrer Familie rächen, obwohl ihr Vater zu recht als Verräter gehängt wurde. Im Alter von 10 Jahren findet sie einen begabten Meister, der sie zur Kopfgeldjägerin ausbildet. Ihr Ziel ist es Aufnahme in einen berühmten, mysteriösen Assassinen Orden zu finden, der sich "Die Rote Kirche" nennt. Doch der Weg dorthin gilt bereits selbst als Prüfung und jeder Skrupel könnte tödlich sein.

Mistys Meinung:


Wieder habe ich eine Buchempfehlung bekommen und wieder traf diese voll ins Schwarze! Ich habe Nevernight von der ersten Seite an genossen, da der erste Satz sogleich mit "People shit themselves when they die." begann.

Nicht falsch verstehen; die Story rund um Mia Covere und ihren Rachefeldzug ist eine epische Fantasy Handlung, aber nunmal mit den realistischen Ausführungen zu Kampf und Sterben, die eine solche Fantasy umso besser werden lassen. Die Hauptfigur ist eine begabte Assassine und keine strahlende Heldin, wie ihr selbst mehrmals nahe gelegt wird. Trotzdem wird sie für den Leser ganz klar zur Sympathiefigur und man fiebert von der ersten Minute an mit ihr.

Was die realistischen Beschreibungen bzw. durchbrochenen Stereotypen angeht kann es Jay Kristoff tatsächlich mit George R. R. Martin aufnehmen, er macht ebenso wenig einen Hehl daraus, dass es auch unangenehme Gerüche, Gefühle, komplizierte Machtränke und nüchterne Liebeleien geben kann. Das machte die Handlung natürlich umso spannender, wenn man weiß, dass sich ein Autor nicht an die "üblichen Regeln" des sonstigen Figurenheldentums hält.

Was nebst der unerwartenen Wendungen, brutalen Übergriffen und realistischen Kampfhandlungen aber so richtig für Würze sorgte waren die Fußnoten des Erzählers. Mias Geschichte wird nicht aus ihrer Sicht erzählt, sondern von einer bislang anonymen Erzählerstimme, der ihr Leben genauestens zu kennen scheint. Und diese Erzählerstimme besitzt ordentlich Humor. In zahlreichen Fußnoten bekommt man deren Anmerkungen zu lesen. Diese sind zwar oftmals interessant und helfen diese unbekannte High Fantasy Welt mit ihren drei Sonnen zu verstehen, aber sie sind auch voll von zynischen Seitenhieben und zweideutigen Anspielungen. Die Geschichte nimmt sich zwar selbst durchaus ernst, aber sie zeigt durch diese Bemerkungen wieder einmal sehr schön auf, wie übertrieben unwirklich andere Mythen ihre Darstellung finden.

Dieses Buch hat mich jedenfalls in seiner Gesamtmischung so überzeugt, dass ich wiedereinmal viele Stunden später zum Schlafen kam, als ich hätte sollen und mir stattdessen 200 Seiten nächtlichen Zeitvertreib gegönnt habe. Aber so manche Wendung hat mich gegen Ende hin auch ordentlich schockiert, wie gesagt, da steckt ein kleiner Martin in Jay Kristoff.

Fazit:


Extrem gelungene High Fantasy, die gekonnt die sonstigen Klischees vom Thron stößt und stattdessen mit realistischen Beschreibungen aufwartet, ohne dadurch ihren epischen Flair zu verlieren. Sehr große Empfehlung!

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Titel: Nevernight
Autor: Jay Kristoff
Verlag: Harper Collins
Sprache: Englisch
Taschenbuch: 462 Seiten
Reiheninfo: Band 1/3 der Nevernight Chronicles

Kommentare:

  1. OMG gleich der erste Satz!! xDDD
    Ich muss ja gestehen, dass ich noch nicht reingelinst habe, aber es juckt und kribbelt mich am ganzen Körper ^^'. Und dabei werde ich wahrscheinlich noch bis Ende des Monats warten müssen, bis ich damit anfangen kann (es wartet hier noch so viel andere mit Priorität und in meinen Mallorca Urlaub wollte ich nur meinen Kindle mitnehmen und kein physisches Buch)... Das wird jetzt noch ne Weile jucken und kribbeln. Ich bin echt total gespannt drauf. Und du machst es nicht gerade besser jetzt xD.

    Liebe Grüße
    Insi Eule

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    1. Yep, der Satz war für mich tatsächlich der Auslöser, weswegen ich mich letztlich überzeugen habe lassen, dieses Buch SOFORT zu lesen :D

      Und jetzt lese ich seit Ewigkeiten mal wieder zwei Bücher einer Reihe praktisch direkt hintereinander. Jay Kristoff kanns.

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  2. Hallo Misty,

    auch mir hat der 1. Band richtig gut gefallen und bin schon sehr gespannt auf den 2. Band. Falls du nichts dagegen hast, würde ich gerne deine Rezi in meiner bald erscheinenden Buchvorstellung zu "Nevernight - Das Spiel" verlinken.

    Liebe Grüße,
    Uwe

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