Mittwoch, 15. Juli 2015

Blasmusikpop [Rezension]

Das Thema des Sub-Abbaus im Juli kommt mir wirklich sehr gelegen, da wir angehalten sind uns doch mal wieder unseren "SuB-Leichen" zu widmen. Dieses Buch hier bekam ich von meiner Mama geschenkt, allerdings bereits vor 2 Jahren. Zwar habe ich mir wie so üblich vorgenommen es endlich einmal zu lesen, aber natürlich sind mir einige andere Bücher dazwischen gekommen.



Inhalt:


Der junge Johannes A. Irrwein wächst in der beschaulichen Bergdorfgemeinde St.Peter am Anger auf, hat jedoch von klein auf Probleme sich in dieser Gesellschaft zu integrieren. Er versteht die Sinnhaftigkeit wie ein Hund einen rollenden Ball zu verfolgen überhaupt nicht und widmet sich viel lieber gemeinsam mit seinem Opa -dem Dorfarzt- der Erforschung von Bandwürmern. Erst als er wider Erwarten die Matura nicht besteht widmet er seine Zeit der Erforschung seiner Mitmenschen, die er in seinen Schriften als "Berbarbaren" tituliert.

Mistys Meinung:


Gerade wenn man wie auch ich selbst in einer ländlichen Umgebung gelebt hat, oder sogar dort aufgewachsen ist, ist dieses Buch wirklich eine Empfehlung wert.

Vea Kaiser beschreibt das Zusammenleben und auch den Zusammenhalt der bäuerlichen Zivilisation in St.Peter wirklich recht liebevoll und sorgt gerade durch den Kontrast zwischen dem ländlichen Dialekt und der deutschen Hochsprache immer wieder für witzige Lesemomente. Mir ist diese Vorgehensweise von anderen Büchern zwar nicht ganz neu, aber auch hier funktioniert sie immer wieder und sorgte für einige Schmunzler beim Lesen.

Aber gerade auch die ernsteren Beschreibungen bzw. Hintergrundgeschichten ihrer Hauptfiguren gefielen mir ausgesprochen gut und ich hätte mir gerne mehr davon gewünscht. So beschreibt sie etwa genau wie sich Johannes Großeltern kennen gelernt haben, welche Probleme es gab und welcher Zwischenfall schließlich dazu führte, dass sein Großvater ein Jahrzehnt auswanderte um Medizin zu studieren. Dabei werden auch einige tragische Situationen erwähnt, die der Geschichte einen ernsthaften Hintergrund verleihen.

Neben dem Leben des jungen Burschen Johannes Irrwein erfährt man also auch einiges über seine Herkunft und Verwandtschaft, insofern widmet das Buch sich gleich mehreren Generationen. Ich mag solche Rückblicke in den meisten Genres sehr, wobei sich die witzigeren Passagen zweifelsohne in der Gegenwart abspielen da es zu größeren Diskrepanzen zwischen der Berggemeinde und der restlichen Menschheit kommt.

Fazit:


Ein liebenswerter, lustiger Roman den man sich gerade dann vornehmen sollte, wenn man Erfahrungen in einem entsprechend ländlichen Umfeld sammeln durfte.

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Titel: Blasmusikpop
Autorin: Vea Kaiser
Sprache: Deutsch
Gebundene Ausgabe: 496 Seiten

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