Montag, 16. März 2015

Die Straße nach Cape Breton [Rezension]

Selten, aber doch kann es geschehen, dass ich auf einmal Lust bekomme ein Buch zu lesen, dass bereits seit Jahren auf meinem SuB herum staubt und nun war endlich wieder einmal ein solcher Zeitpunkt. Dieses Buch habe ich mir bereits vor drei Jahren einmal von einem Flohmarkt mitgenommen und seither zwar oft in die Hand genommen, aber nie weiter als die ersten beiden Seiten gelesen. Welch Fehler!


Inhalt:


Nach einigen Autodiebstählen wird Innis, der eigentlich seit seiner frühen Kindheit in den USA lebt nach Kanada ausgewiesen. Er kommt auf die abgelegene Insel Cape Breton zu seinem Onkel, der zudem in einer recht einsamen Gegend lebt. Zunächst scheinen die beiden sich zu arrangieren, doch dann lernt Innis Onkel die attraktive Claire kennen lernt und sie mit nach Hause bringt droht die Situation zu eskalieren.

Mistys Meinung:


Hier habe ich endlich wieder einmal ein Buch ausgegraben, dass meinem Blognamen alle Ehre macht. Im Internet findet man zu der deutschen Ausgabe kaum Informationen oder Rezensionen und man kann es auch nurmehr gebraucht erstehen. In gewisser Weise also auf jeden Fall ein vergessenes Buch.

Zu unrecht! Nach meinem vorhergehenden Buch war ich auf der Suche nach einer weiteren nachdenklichen Lektüre, die es handlungstechnisch etwas ruhiger angeht, daher griff ich aufs Geratewohl zu diesem Buch, in der Hoffnung, dass es meine Wünsche erfüllen würde. Damit machte ich einen kleinen Glücksgriff, denn dieses Buch erfüllt diese Erwartungen und kann auch noch mehr.

Eine der wenigen Bewertungen des deutschen Titels findet man auf Amazon, da sich der Leser beklagt es würde in diesem Buch nichts passieren. Dieser Meinung kann ich mich nicht anschließen, denn dafür, dass die Hauptfiguren sich die meiste Zeit in einer recht einsamen Landschaft aufhalten passiert eigentlich recht viel. Zum einen erzählt der Protagonist Innis in Rückblicken von seiner Vergangenheit in Boston, zum anderen kommt es zu einem wirklich spannenden Konflikt zwischen ihm, seinem Onkel und Claire. Diese Dreiecksbeziehung entwickelt sich auch für den Leser recht spannend und sorgte dafür, dass ich das Buch oft nicht aus der Hand legen wollte. Ein wenig versteckt und zum Teil auch recht offen spielt die Erotik dabei ebenfalls eine Rolle -ich weiß daher beim besten Willen nicht, wie besagter Rezensent sich dabei so langweilen konnte.

Sprachlich ist der Roman ebenfalls mehr als angenehm, auch wenn ich das englische Original nicht kenne, halte ich die Übersetzung für sehr gelungen. Es gibt ausreichend treffende Landschaftsbeschreibungen, ohne dass ich mich dabei gelangweilt hätte, vielmehr halfen diese sich besser in die Situation des Protagonisten zu versetzen, der sich zum ersten Mal in seinem Leben einer solchen rauen Natur gegenüber sieht. Der Autor gelingt damit eine anspruchsvolle Mischung zwischen der äußeren Umgebung und dem Innenleben der Figuren.

Fazit:


Ein durch und durch gelungener Roman, der die inneren und äußeren Konflikte des Protagonisten gekonnt zur Sprache bringt und dabei auch sprachlich sehr beeindruckend vorgeht. Sicherlich ein Buch, das ich wieder lesen würde.

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Titel: Die Straße nach Cape Breton
Autor: David R. MacDonald
Sprache: Deutsch
Gebundene Ausgabe: 352 Seiten

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