Mittwoch, 24. September 2014

Siddhartha [Rezension]

Für meine zweite Wortkur nach Camus entschied ich mich ohne lange zu überlegen für Herman Hesse. Ich liebe die Sprache in seinen Büchern schlichtweg und war mir auch bei diesem Buch sicher, dass ich diesbezüglich auf meine Kosten kommen würde.



Inhalt:


Der junge Siddhartha lebt in Indien als Sohn eines Brahmanen und ist für die anderen, insbesondere seinen loyalen Freund Govina eine besondere Ausnahme an Begabtheit dar. Er selbst ist jedoch trotz seines Lernfortschritts mit sich selbst nicht zufrieden und entscheidet sich dafür sein Zuhause zu verlassen und sich einer Gruppe von Asketen anzuschließen. Einzig sein treuer Freund Govina begleitet ihn auf diese Reise, deren Ziel das Nirwana sein soll.


Mistys Meinung:


Ich muss gestehen, dass ich gleich zu Beginn überfordert war von den vielen Begriffen, die sich auf die indische Kultur und Religion beziehen. Im Gegensatz zu Hesse verfüge ich auch über keinerlei Wissen über buddhistisches und taoistisches Gedankengut und in dieser Hinsicht erschien mir die Geschichte auch recht fremd. Allerdings könnte ich mir auch keine bessere Einführung als durch Herman Hesse wünschen.

Sprachlich ist die Geschichte natürlich wie immer einwandfrei und ich habe mir wie üblich zahlreiche schöne Formulierungen unterstrichen. Auch diese Erzählung ist mit vielen philosophischen Gedanken gespickt und einige Passagen musste ich mir dabei mehrmals durchlesen, um den Ideen folgen zu können, fühlte mich jedoch nur mit ganz wenigen überfordert. Ich denke der Autor hat darauf geachtet die altindische Philosophie vereinfacht darzustellen, was mithilfe der Figuren auch sehr gut funktioniert.

Die beiden Hauptfiguren Siddhartha und Govina hatten für mich gerade in ihrer Verbundenheit eine große Ähnlichkeit zu Narziß und Goldmund, was ihnen für mich definitiv zu Gute kam, da dieses Buch zu meinen großen Lieblingen gehört. Wie auch in diesem hat es mich erstaunt mit wieviel versteckter und offener Erotik der Autor seine Figuren versieht. Merkwürdigerweise bin ich -trotz sovieler gegenteiliger Erfahrungen- noch immer der Ansicht die Literatur vor der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert wäre vollkommen von Keuschheit geprägt gewesen. Sollte jemand ebenfalls diesem "falschen" Glauben erlegen sein kann ich wirklich nur Hesse empfehlen.

Fazit:


Eine wunderbare kleine Einführung in die altindische Philosophie durch den sprachlichen Meister Hesse. Sofern man ein wenig Konzentration aufbringen möchte sehr empfehlenswert!

Leseprobe:


"»Frage den Fluß darüber, Freund! Höre ihn darüber lachen! Glaubst du denn wirklich, daß du deine Torheiten begangen habest, um sie dem Sohn zu ersparen? [...]Glaubst du denn, Lieber, dieser Weg bleibe irgend jemanden vielleicht erspart? Vielleicht deinem Söhnchen, weil du es liebst, weil du ihm gern Leid und Schmerz und Enttäuschung ersparen möchtest? Aber auch wenn du zehnmal für ihn stürbest, würdest du ihm nicht den kleinsten Teil seines Schicksals abnehmen können.«"*

*Hermann Hesse: Siddhartha. Frankfurt am Main: Suhrkamp 2013, S.97 f.
-------------------------------------------
Titel: Siddhartha
Autor: Herman Hesse
Sprache: Deutsch
Taschenbuch: 121 Seiten

1 Kommentar:

  1. Hey Misty

    Du hast einen wunderschönen Blog, ich werde dir folgen, wenn es die Zeit zulässt, du weisst ja, wie das mit der Zeit ist, sie verschwindet immer so schnell:)

    Das Zitat gefällt mir sehr! Wunderschöne & wahre Worte! <3
    Tolle Rezension! Ein Klassiker-Hermann Hesse-Love!

    Herzchengrüsse <3

    http://booksfeenkiste.blogspot.de

    AntwortenLöschen