Sonntag, 14. September 2014

Niemand liebt November [Rezension]

Als erstes Buch des Septembers startete ich sogleich mit einem Buch, das ich mir rein vom Titel her wohl für den Winter hätte aufheben sollen. Doch da mich der Märchenerzähler von Antonia Michaelis wirklich sehr berührt hatte, musste ich mir dieses neue Werk sofort gönnen.




Inhalt:


Amber Lark entflieht zum wiederholten Male dem Erziehungsheim, in dem sie leben muss, seit ihre Eltern an ihrem 6. Geburtstag einfach verschwanden. Einziger Begleiter ist eine alte, graue Katze. Verzweifelt begibt sich Amber auf eine scheinbar aussichtslose Suche nach ihren Eltern, um ihrem zerrütteten Leben wieder Halt geben zu können.


Mistys Meinung:


Ich habe jetzt schon einige gedämpft begeisterte Rezensionen über dieses Buch gelesen, muss aber sagen, dass ich mich diesen Meinungen eigentlich nicht anschließen kann. Vom Schreibstil her stellte mich dieses Buch ebenso schnell zufrieden wie bereits Der Märchenerzähler. Antonia Michaelis bedient sich einer -für ein Jugendbuch- wirklich selten schönen poetischen Sprache, die für mich auch nie zu kitschig wirkt. Radikale Stilbrüche beherrscht sie dabei ebenso gut und konnte mich damit auch immer überzeugen.

Elemente wie die loyale, hundeverhalten ähnelden Katze oder dem plötzlich auftauchenden Jungen Jan, die eigentlich nicht in die sonst größtenteils realistische Welt der Figuren passen, werden so geschickt eingeflochten, dass man sie als Leser sofort aktzeptiert, ohne dass das restliche Setting dadurch irgendwie an Glaubwürdigkeit verlieren würde. Die Figuren Amber und Katja empfand ich außerdem als sehr interessante Protagonisten, die als Antihelden wirklich sehr schön funktionieren.

Die Traurigkeit und mitunter auch Verzweiflung der Hauptfiguren ist zu jedem Zeitpunkt glaubhaft und für mich auch ansteckend. Wie auch bei Der Märchenerzähler erwischte ich mich dabei die grausame Realität ebenso aussperren zu wollen wie Amber und mit märchenhaften Vorstellungen vorlieb zu nehmen. Doch die Autorin versteht es auch bei diesem Werk ihren Lesern die knallharte Wahrheit quasi um die Ohren zu knallen. Zwar schockierte mich dieses Buch nicht so sehr wie soeben genanntes, doch das tat ihm deswegen für mich keinen Abgang. Im Gegenteil - es hält seine ganz eigenen Überraschungen und Wendungen parat, die die spannende Handlung gut am Leben erhalten.

Fazit:


Für mich auf jeden Fall ein weiteres, sehr gelungenes Buch der Autorin. Authentische, sehr gut ausgearbeitete Protagonisten, eine Handlung, die wieder einmal den Unterschied zwischen Märchen und Realität erläutert und ein sehr schöner Schreibstil. Definitiv ein zufrieden stellendes Gesamtpaket.

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Titel: Niemand liebt November
Autorin: Antonia Michaelis
Sprache: Deutsch
eBook: 448 Seiten

Kommentare:

  1. Huhu :)
    Das Buch hört sich sehr interessant an. Ich habe noch nie etwas von der Autorin gelesen und immer nur gehört, dass sie sehr "anders" schreibt, als man es in der Jugendliteratur gewohnt ist.
    Jedenfalls bin ich neugierig.

    Tolle Rezi :)

    Liebe Grüße

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  2. Hi :)

    ja, sie hat auch meiner Meinung nach einen sehr poetischen Schreibstil, der wirklich in der Regel bei typischen Jugendbüchern und Fantasyromanen kaum zu finden ist. Würde dir auf jeden Fall "Der Märchenerzähler" empfehlen, dieses Buch ist zurecht sehr bekannt :)

    Liebe Grüße!

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  3. Hey (:
    Das klingt nach einem sehr schönem Buch!
    Tolle Rezi ♥

    Liebe Grüße,
    Jasi

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