Montag, 29. September 2014

Ayla und der Clan des Bären [Rezension]

Eigentlich gibt es da ja wirklich schon genügend Buchreihen auf meiner Buchliste, die ich schon seit sehr langer Zeit lesen möchte. Trotzdem schleichen sich ständig neue Werke auf meine Jagdliste und sie wächst dadurch beständig. So geschehen als ich neulich auf dem Blog Kleine Kaffepause da ich auf die "Kinder der Erde"-Reihe aufmerksam wurde und sofort von der Idee dahinter begeistert war...nun, da mich die Bücher derart interessierten bestellte ich mir umgehend den ersten Band und hatte ihn am nächsten Tag auch bereits vor mir liegen...warum nicht gleich damit beginnen?





Inhalt:


Die kleine Ayla lebt in einer vollkommen anderen Welt als die heutigen Menschen. Sie und ihr Clan bevölkern die Erde vor rund 30.000 Jahren und befinden sich somit in einer Zeit, da der europäische Kontinent größtenteils von Schnee und Eis bedeckt ist. Nach einem schweren Erdbeben verliert das kleine Mädchen jedoch seine Familie und irrt durch die Wildnis, bis es von einem Clan von Neanderthalern entdeckt wird, die beschließen es aufzunehmen.


Mistys Meinung:


Ich bin in meinem Leseleben bisher noch nie auf eine Geschichte gestoßen, die zeitlich derart weit zurück reichen würde. Ich kenne zwar Filme, die sich mit solchen Figuren beschäftigen, allerdings fand ich diese meistens derart unhistorisch, dass ich sie für nicht besonders gelungen hielt. Da die Rezensionen zu diesem Buch jedoch überwiegend positiv waren und die gute Recherche der Autorin lobten, wagte ich mich gerne an diese Reihe, wenngleich ich sehr hohe Ansprüche hatte.

Rein von der Thematik trifft diese Geschichte wirklich zu 100% meinen Geschmack und mein Interesse daran ist sehr groß. Allerdings hatte ich zu Beginn die Befürchtung, dass die Geschichte vielleicht zu abenteuerlastig wäre und die Aspekte der Umwelt in den Hintergrund stellen würde. Ganz besonders befürchtete ich, dass die steinzeitlichen Figuren einfach wie die üblichen Buchfiguren in unserer Sprache dahin plappern würden. Da hatte ich jedoch nicht mit der Genauigkeit der Autorin gerechnet, die von vorn herein ihre Vermutungen über das damalige Sprechverhalten der Menschen darstellt und stets darauf achtet, dass die Ausdrücke der Figuren sich dem anpassen und keine Begriffe/Symbole/Bilder vorkommen, die für die damalige Zeit unwahrscheinlich sind. Also diesebzüglich wirklich ein sehr großes Lob von meiner Seite, ich hätte wirklich nicht damit gerechnet, dass die Sprache der Figuren mich so gut überzeugen würde.

Auch in sonstiger Hinsicht halte ich die Ausführungen der Autorin für absolut plausibel und an den Stellen, da nun einmal nichts genaueres über das Leben der Menschen bekannt ist und keine Fakten vorliegen, bedient sie sich ihrer eigenen Vermutungen, die ich auf jeden Fall als glaubhaft einstufe bzw. mir gut vorstellen kann, die sie sich zumindest so ähnlich zugetragen haben könnten.

Der Ernährung, den religiösen Tätigkeiten und dem Sozialleben wird sehr viel Aufmerksamkeit geschenkt und es werden sehr viele Details erwähnt. Mich störten diese zum Teil sehr langen Ausführungen jedoch überhaupt nicht, denn sie trugen dazu bei, dass ich die Welt von Ayla als glaubhaft empfand (denn genau das ist ja immer mein Problemetwa mit Dystopien, diese sind oft so fadenscheinig beschrieben, dass ich nichts mit ihnen anfangen kann). Allerdings könnte ich mir vorstellen, dass sich mancher Leser etwas daran stört. Ich bin ja grundsätzlich auch kein Freund von ausufernden Beschreibungen, wenn die Handlung dabei zu kurz kommt, allerdings hat es mich in diesem Fall wirklich nicht gestört, da die Schilderungen immer wieder in die Handlung einbezogen werden.

Zudem artet die Erzählung nicht etwa zu sehr ins wissenschaftliche aus, sondern es bleibt ausreichend Zeit um die Geschichte von Ayla zu erzählen, die Autorin versteht es also auch durchaus einen gelungenen Spannungsbogen zu erzeugen - inklusive überzeugender Charaktere. Ich wurde dadurch wirklich mehrmals in einen so intensiven Leseflow gezogen wie schon lange nicht mehr! Die Zeit verging wie im Flug, so sehr bangte ich mit der Hauptfigur. Zwischendurch stellte ich mir die Frage ob es bei diesem Setting angemessen sei, die versuchte Emanzipation von Ayla zu beschreiben, allerdings entsteht dadurch ein sehr gelungener Konflikt rund um die Protagonistin, der es erst ermöglich, dass dadurch soviel Spannung aufkommt.

Fazit:


Eine für mich durch und durch stimmige Erzählung, die es sowohl schafft die Umwelt glaubhaft und detailreich darzustellen, als auch eine spannende, ergreifende Geschichte mit einem starken Hauptcharakter zu kreieren.

----------------------------------------------------
Titel: Ayla und der Clan des Bären
Autorin: Jean M. Auel
Sprache: Deutsch
Taschenbuch: 623 Seiten
Reiheninfo: Band 1/6 der Kinder der Erde-Reihe

Kommentare:

  1. Huhu!

    Jaaa, die Reihe steht bei mir schon sooo lange auf der Wunschliste, aber irgendwie kann ich mich nicht aufraffen - viele Teile und alle so dick ^^
    Außerdem warten ja noch so viele angefangene Reihe - aber ich werds auf jeden Fall im Auge behalten und irgendwann werde ich sie auch lesen!

    Schöne Rezi übrigens, überzeugt mich nur noch mehr, dass ich die Reihe ja nicht vergessen darf ;)

    Liebste Grüße, Aleshanee

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Lustig, dass die Reihe so bekannt scheint, mir hatte sie wirklich überhaupt nichts gesagt. Und auf keinen Fall vergessen :) Die vielen Seiten sind schneller ausgelesen als man glaubt!

      Löschen
  2. Hey,

    das Buch liegt schon seit Ewigkeiten auf meinem SUB, ich weiß gar nicht warum...Klingt als wäre es ein ziemlich gutes Buch vielleicht sollte ich es auch mal lesen...


    LG Felan

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Mir hat es sehr gut gefallen, daher kann ich es nur empfehlen :) Allerdings sollte man sich schon Zeit dafür nehmen, da es wie gesagt recht viele Beschreibungen etc. enthält, ich denke aber, dass gerade diese es so besonders machen :)

      Liebe Grüße!

      Löschen
  3. Ich liebe die Ayla-Reihe.
    Der letzte Teil, 'Das Lied der Höhlen' liegt noch auf meinem SuB, hab gehört es soll 'furchtbar' langatmig sein...mal schauen wann ich mich durchringen kann :)

    Ich mag Deinen Blog und habe Dir mal ein Abo dagelassen.

    Wenn Du Lust hast, kannst Du mich ja mal besuchen. Bin aber noch relativ neu :)

    Viele Grüße, Marie

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Oh nein, ich hoffe nicht, dass der letzte Roman langweilig wird :D das wäre schade, kann es mir aber schon vorstellen, weil irgendwann muss ja doch mal der Inhalt ausgehen hehe^^

      Liebe Grüße

      Löschen