Donnerstag, 21. August 2014

Kinder des Judas [Rezension]

Nachdem sich wochenlang der Staub auf den Regalen des Friedhofs der vergessenen Bücher und seinen Büchern festsetzen konnte, ist derzeit eindeutig alles auf Hochglanz poliert. Viele menschliche Protagonisten huschen durch die Reihen, Buchseiten werden geschäftig umgeschlagen und dank dieses Buch muss man sich in den dunkleren Ecken endlich wieder einmal vor Vampiren in Acht nehmen.

Inhalt:


Die kleine Jitka lebt mit ihrer Mutter in ärmliches Verhältnissen in einem serbischen Dorf um 1670. Sie ist ein ungewöhnlich abenteuerlustiges Mädchen und als ihre Mutter eines Tages Besuch von einem Janitscharen erhalten ist sie zunächst begeistert von dem fremden Mann. Als ihre Mutter Janja jedoch von ihm eines Verbrechens bezichtigt wird, dass sie nicht begangen hat begreift sie, dass eine große Bedrohung für ihr bisheriges Leben von ihm ausgeht.


Mistys Meinung:


Da mich die Werwolfbücher Ritus und Sanctum von Markus Heitz bereits sehr überzeugen konnten beschloss ich mir auch seine Vampirtrilogie einzuverleiben, da ich auch für diese Fabelwesen einiges übrig habe. Mir gefiel auch die Aufteilung dieses Buch in Gegenwart und Vergangenheit, wobei ich die Geschichte, die sich in Serben vor ca. 300 Jahren abspielt arbermals interessant fand, als jene die in Deutschland der Gegenwart ihren Schauplatz findet. Dies liegt zum einen an meiner persönlichen Präferenz von Handlungen in früheren Zeiten andererseits hatte die Hauptfigur der Gegenwart ähnliche Mängel wie bereits jene in Ritus.

Ich habe in meinem letzten Verriss bereits erwähnt, dass ich es nicht besonders schätze wenn Figuren über endlos viel Geld zu verfügen scheinen, da ich diesen Umstand bestenfalls langweilig wenn nicht nervend finde und stets der Verdacht aufkommt, dass der Autor sich damit persönliche Träume in schriftlicher Form erfüllt. Auch bei der weiblichen Hauptfigur dieses Buches kam mir dieser Verdacht mehrmals...es ist mir als Leserin ehrlich gesagt vollkommen egal, dass die Jeans, die sich die Figur überzieht nicht unter 300€ erworben wurde und von welcher Marke ihr Gürtel ist. Allerdings werden hier mehrmals allerlei Kleinigkeiten dieser Art erwähnt die bei mir wirklich mehrmals für großes Augenrollen sorgen.

Abgesehen von dieser Macke, die ich bereits beim Werwolfduo festgestellt habe war ich jedoch sehr zufrieden mit dem Fortlauf der Geschichte, insbesondere mit den vielen schön verarbeiteten Informationen über Vampire, die in die Lebensgeschichte des Mädchens Jitka eingeflochten werden. Ich habe mich selbst bereits einmal in Vampirmythen eingelesen und konnte viele Motive davon auch in diesem Buch wiederfinden, entdeckte zugleich jedoch viele völlig unbekannte Elemente. Diesen Umstand fand ich sehr bereichernd und fand diese Details ebenso interessant wie die Entwicklung der Figuren.

Spannung ist auf jeden Fall gegeben und glücklicherweise geht es mitunter wirklich sehr brutal und blutig zu, wie dies bei Vampiren auch definitiv passieren sollte. Meine Wünsche wurden in dieser Hinsicht mehrfach erfüllt und ich wurde fühlte mich ebenso zufrieden gesättigt wie ein Vampir nach den Blutbaden. Zudem bringt der Autor einige wirklich gelungene Ideen herein, etwa bei den Gegnern, die die erwachsene Figur zu bekämpfen hat, wobei ich die Beschreibung für sehr gelungen halte.

Fazit:


Definitiv wieder ein lesenswertes Buch des Autoren, sofern man blutrünstige Vampirgeschichten den sanfteren gegenüber bevorzugt. Ich werde mir auf jeden Fall die anderen beiden Bände zulegen.

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Titel: Kinder des Judas
Autor: Markus Heitz
Sprache: Deutsch
Taschenbuch: 719 Seiten
Reiheninfo: Band 1/3 der Judaskinder

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