Samstag, 10. Mai 2014

Das Schicksal ist ein mieser Verräter [Rezension]

Mir ist bewusst, dass so ziemlich alle Blogger, außer mir, dieses Buch bereits vor gefühlten Jahren gelesen und rezensiert haben. Wie üblich hinke ich bei den Neuheiten also ziemlich nach. Aber ich bemühe mich trotzdem -neben meinen älteren Werken- auch die bekannteren, neuen Bücher zu lesen. Deswegen habe ich jetzt auch endlich diesen Bestseller mit dem überaus ansprechenden Titel nachgeholt. Für die Olympia-Challenge bietet es sich jetzt schließlich endlich an ein Jugendbuch abhaken zu können.



Inhalt: 


Die 16-jährige Hazel Grace leidet an Krebs und hat ihren Herzenswunsch bereits vor Jahren verbraucht, obwohl sie nun viel lieber den Autoren ihres Lieblingsbuches kennen lernen würde. Als sie Augustus in einer Selbsthilfegruppe kennen lernt bietet ihr dieser an, seinen Wunsch dafür zu gebrauchen. Gemeinsam machen sie sich nach Amsterdam auf, um die Antworten auf ihre Fragen zu bekommen.

Mistys Meinung:


Ich kann nur bestätigen, dass dieses Buch -trotz all der Traurigkeit- einiges an Humor versprüht und bereits auf den ersten Seiten musste ich sehr viel schmunzeln. Ich kann mich viel besser mit ernsten Themen arrangieren, wenn zumindest zeitweise ein wenig Humor im Spiel ist, durchgehende hoffnungslose Dramatik hingegen kann mir schnell auf die Nerven gehen. Damit schmeichelte sich das Buch also gleich bei mir ein.

Der Autor versucht seine Figuren als liebenswürdige Kauze zu zeichnen, was zum Teil gut gelingt, an vielen Stellen schlägt er meiner Meinung nach allerdings über die Stränge. Ich verstehe, dass die Geschichte nun mal davon lebt und bin wie gesagt sehr dankbar, dass nicht nur melancholische, innerlich zerrissene Gestalten herum wandeln. Aber manche Eigenarten erscheinen mir zu übertrieben und entheben die Figuren somit auch etwas zu weit von der Wirklichkeit. Dieser Umstand missfiel mir während des Mittelteils dann mehrmals.

Was das Buch jedoch wieder enorm aufwertet ist der Umstand, dass auch ich tatsächlich Rotz und Wasser heulen musste an den entsprechenden Stellen (kein Spoiler jetzt!). Man merkt zwar -unsensibel formuliert- wo der Autor jetzt auf die Tränendrüse drücken will, aber trotzdem funkioniert dies. Insofern dürften mir die Figuren -trotz überzogener Charakterzüge- letztlich so ans Herz gewachsen sein, dass ich entsprechend mitleiden musste. Das muss man dem Buch hoch anrechnen, da ich die Bücher, bei denen ich wirklich weinen musste (und mit weinen meine ich mehr als nur einen kurzen Schluchzer) immer noch an zwei Händen abzählen kann (obgleich es viele darauf angelegt hätten).

Gleichzeitig musste ich wenige Kapitel später wieder laut auflachen und diese Gefühlsschwankungen haben sich trotzdem keineswegs fremd sondern sehr angemessen angefühlt. Somit also wirklich ein schönes, sehr rührendes Jugendbuch, das zu keinem Moment seinen Humor verliert.

Fazit:


Sehr rührende Geschichte mit einer ordentlichen Prise Humor, wenngleich die Figuren ein wenig überzeichnet dargestellt werden.

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Titel: Das Schicksal ist ein mieser Verräter
Autor: John Green
Sprache: Deutsch
Taschenbuch: 335 Seiten

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