Freitag, 18. April 2014

Wolfszeit [Rezension]

Ah welch ein Genuss endlich wieder einmal zum reinen Vergnügen zu lesen. Ohne universitäre Deadline und ohne große Klassiker-Konzentration. Da musste natürlich gleich auch ein Werwolfbuch her. Ähm ja...allerdings ist nicht alles, das wie Werwolf glitzert auch gleich wirklich Werwolf...dafür eignete sich das Buch für die Olympia-Challenge und zwar als einziges Buch in meinem Regal, das eine Frau auf dem Cover hat -abgesehen von Anna Karenina...nur bis ich mich diesem Buch ergebe wird noch einiges an Zeit vergehen. Vorerst also wieder zu den Werwölfen.



Inhalt


Der junge Thomas Auvray versucht seinem Vater zuliebe alles um auf dem Versailler Königshof Eindruck zu schinden. Er erreicht einer königlichen Sitzung bewohnen zu dürfen und wird schließlich auf eine Jagdmission ins Gevaudan mitgeschickt. Dort wütet seit einigen Monaten ein ungewöhnliches Tier, das es auf die Bewohner der Dörfer abgesehen hat. Eifrig stellt Thomas Nachforschungen an und versucht zu beweisen, dass es sich bei dem Tier nicht um einen Wolf handeln kann.

Mistys Meinung:


Tja, das hört sich doch nach einer herrlichen Werwolfgeschichte ganz nach meinem Geschmack an, oder? Ohne jetzt zuviel spoilern zu wollen, muss ich jedoch gleich zu Beginn angeben, dass im Buch kein einziger Werwolf vorkommt und die Geschichte um die Bestie aus dem Gevaudan ganz anders von der Autorin angegangen wird. Das war für mich -die ich in großer Werwolferwartung an das Buch gegangen bin- natürlich ebenso überraschend wie enttäuschend.

Allerdings muss ich sagen, dass ich die Geschichte sonst eigentlich für sehr gelungen halte. Ich denke eine ähnliche Ausarbeitung wie bei Ritus und Sanctrum von Markus Heitz wäre mir möglicherweise ohnehin langweilig erschienen. So fand ich es recht unterhaltsam, dass zwar namentlich ähnliche Figuren in beiden Geschichten vorkommen, jedoch in diesem Buch ganz anders ausgearbeitet werden. So ist etwa Jean Chastel in diesem Buch eher eine Nebenfigur, während er bei Markus Heitz eine Hauptrolle einnimmt. Es handelt sich also um zwei fast vollkommen unterschiedliche Handlungen, was ich als sehr abwechslungsreich empfunden habe.

Die Figuren sind so weit interessant gestaltet, besonders Thomas Gefährte Adrien fand ich sehr schön inszeniert, da ich es eigentlich nicht oft erlebe, dass einer positiven Figur gravierende negative Eigenschaften zugeschrieben werden. Ansonsten bleibt die Handlung sehr spannend und ich konnte lange Zeit nicht erahnen, wer oder was jetzt wirklich hinter den Angriffen auf die Dorfbewohner steckt. Die Autorin legt dabei nämlich sowohl für die Bestie als auch für den Leser unterschiedliche Köder aus.

Sprachlich war ich ebenfalls zufrieden, habe jetzt bei Nina Blazon auch nichts anderes erwartet, da ich vor einigen Jahren bereits Faunblut von ihr gelesen habe, das ich mich ebenfalls überzeugen konnte.

Fazit:


Obwohl mein Werwolfliebendes Herz ein wenig von dem Umstand getroffen wurde, dass gar keine Werwölfe vorkommen ist die Geschichte trotzdem als angenehmer Lesegenuss empfehlenswert, gerade für Leser von Ritus und Sanctum, die bekannte Elemente neu verarbeitet sehen werden.

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Titel: Wolfszeit
Autorin: Nina Blazon
Sprache: Deutsch
Taschenbuch: 570 Seiten

Kommentare:

  1. Huhu,

    das ist eines der Bücher, die ich von Nina Blazon bisher noch nicht gelesen habe, aber definitiv noch nachholen sollte, da ich ihren Schreibstil wirklich einzigartig und toll finde! Mein Favorit ist ja Totenbraut! Schon gelesen?

    Liebste Grüße
    Juliana

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    1. Hi :)

      Nein, Totenbraut hab ich leider bisher noch nicht gelesen, aber ich habe es schon auf lange auf meiner Wunschliste, gut möglich, dass ich es mir demnächst einmal als eBook gönnen werde^^

      Ich habe von ihr jetzt neben "Lillesang" auch "Faunblut" gelesen, fand beide Bücher ebenfalls sehr sehr toll.

      Liebe Grüße!!

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