Freitag, 6. Dezember 2013

A Feast for Crows [Rezension]

Da Kermit auf ihrem Blog kürzlich erst Die dunkle Königin rezensiert hat -was soweit ich die verwirrenden deutschen Ausgaben durchschaue- dem englischen A Feast for Crows entspricht, hatte ich auf einmal das dringende Bedürfnis diesen Brummer ebenfalls aus dem Regal zu ziehen. Mit über 800 Seiten war das wohl das dickste Buch dieses Jahres und obwohl ich jeden Tag mehrere Stunden daran gelesen habe, brauchte ich dennoch eine Woche bis zur letzten Seite.


Achtung Spoiler!

Inhalt:


Nach Joffreys Tod scheint King's Landing weiterhin im Chaos zu versinken. Haus Highgarden versucht weiterhin einen Anspruch auf den Thron zu haben, indem sie Maegery nun mit Joffreys Bruder Tommen verloben wollen. Die Königin Cercei versucht dies zu verhindern, setzt bei diesem Spiel aber immer weiter auf Risiko. Währenddessen ist Brienne auf Jaimes Auftrag hin unterwegs um Sansa zu finden, wird jedoch wiederholt in Kämpfe verwickelt und scheint weit von ihrem Ziel entfernt zu sein. Ebenso verloren wirkt Samwells auftrag Gilly und Maester Aemon sicher nach Oldtown zu führen, während das Spiel um den Thron in Form von Kriegen rund um sie tobt.


Mistys Meinung:


Jaa, natürlich, Martin schafft von der ersten Seiten weg eine bemerkenswert athmosphärische Schreibweise, von der soviele andere High-Fantasy Werke (Der Herr der Ringe beispielsweise) wirklich nur träumen können. Martin beschreibt seine Figuren bis ins Detail, gibt ihnen Ecken, Kanten und immer ausreichend realistische Details ohne dadurch irgendetwas auf Kosten der Handlung abzugeben. Aber ich denke davon habe ich auch in den vorhergehenden Rezensionen ausreichend geschwärmt.

Was mich jedoch beim letzten Buch wirklich entsetzt hat war die kurze Abfolge mit der er Hauptcharaktere förmlich ausradiert hat. Dabei nahm er -wie üblich- keinerlei Rücksicht darauf ob diese dem Leser besonders sympathisch sind oder zumindest einiges an Potential für die spätere Handlung hätten. Ein unerwarteter Betrug, ein unerwarteter Pfeil, eine unerwartete Vergiftung und schon darf sich eine Figur für die restliche Reihe verabschieden. Ich gebe ja zu, das verleit den Büchern natürlich eine unheimliche Spannung, weil bei diesem Autor wirklich alles, schlichtweg alles passieren könnte. Andererseits widerspricht es natürlich meinem Regelsystem, das ich nach dem Lesen vieler Bücher erstellt habe und nunmal besagt, dass die Lieblingshelden in der Regel eben Helden bleiben und sich irgendwie durchschlagen. Eben dieses System fand ich bei A Storm of Swords bis aufs äußerste verletzt. Bei diesem Buch allerdings konnte ich mich wieder beruhigen und sah stattdessen sehr viele neue interessante Spuren ausgelegt.

Abermals empörend erschien mir aber die Tatsache, dass in diesem Buch nur die Hälfte aller (noch lebender) Charaktere vorkommt. Die andere Hälfte, deren Erlebnisse parallel passieren, findet erst im nächsten Band statt. Dementsprechend darf man in diesem dann die Figuren des jetzigen Bandes nicht erwarten - es sei denn in kleinen Erwähnungen durch die anderen Charaktere. Nun gut, ich habe ja mittlerweile soviele Lieblingsfiguren, dass mich das prinzipiell nicht weiter gestört hätte. WENN DANN aber wieder unerwarte, absolut schockierende Dinge bei einem meiner Lieblingscharaktere passieren und ich weiß, dass ich die nächsten 1000 Seite nichts davon hören werde, DANN grämt es mich schon wieder!

Bei aller Beschwerde allerdings lässt sich erkennen, dass auch dieses Buch wieder ordentlich bewegt und das mit weniger drastischen Maßnahmen als im vorherigen Buch. Trotzdem darf man sich über schlagfertige Dialoge und beinah unerträgliche Cliffhangs freuen, die ordentlich für Spannung sorgen.

Fazit:


Ein weiterer fantastischer Schritt in die Welt von Westeros, weniger dramatisch als sein Vorgänger und trotzdem ausreichend spannend und kaum aus der Hand zu legen.

Leseprobe: 


"»Death is not the worst thing«, the kindly man replied. »It is His gift to us, an end to want and pain. On the day that we are born the Many-Faced God sends each of us a dark angel to walk through life beside us. When our sins and our suffereings grow too great to be borne, the angel takes us by the hand to lead us to the nightlands, where the stars burn ever bright.«*

*George R.R.Martin: A Feast for Crows. London: Voyager 2006, S.354

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Titel: A Fest for Crows
Autor: George R.R. Martin
Sprache: Englisch
Taschenbuch: 849 Seiten
Reiheninfo: Band 4 von A Song of Ice and Fire

1 Kommentar:

  1. Ich bin zwar noch nicht ganz soweit, d.h. dieses Buch muss ich noch lesen (d.h. in diesem Fall wohl zwei, weil ich's auf Deutsch lese) aber ich kann dir nur recht geben! Ich war auch mehr als schockiert und empört, weil George R.R. Martin einfach mal so paar Charaktere umbringen lässt oder sonst was. Aber wie du schon gesagt hast, das macht es auch umso spannender und unvorhersehbarer.;)

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