Freitag, 19. Juli 2013

Fell [Rezension]

Weil ich als Kind das Buch Wolfsaugen sehr geliebt habe und -wie bei nur recht wenigen Geschichten bisher- Tränen vergossen habe, musste ich mir letztes Jahr unbedingt den Folgeband Fell zulegen. Einerseits wollte ich herausfinden, ob mich die Geschichte an das (über zehn Jahre zurückliegende) Leseerlebnis erinnern würde und andererseits natürlich ob der Autor wieder ein spannendes Buch zustande gebracht hatte.


Inhalt:


Nach dem Tod vieler Rudelmitglieder und dem engültigen Sieg über seine grausame Tante Mogra kehrt Fell seinen Eltern den Rücken und beschließt einige Jahre als Kerl - als einsamer Wolf durch die Berge zu ziehen. Aufgrund seiner Gabe - The Sight- genannt, die es ihm ermöglicht die Gedanken anderer Tiere zu steuern wird er bald zu einem Mythos unter den anderen Waldbewohnern und auch die Schäferin Alina hört von einem schwarzen, streunenden Wolf mit ungeahnten Kräften. Als sie vor ihren Zieheltern fliegen muss begegnet sie dem unheimlichen Raubtier selbst und muss sich ihm gegenüber behaupten.

Mistys Meinung:

 

Eigentlich hätte ich mir Fell ganz wie seinen Vorgänger gedacht, der fast ausschließlich aus Sicht der Wölfe und recht weniger anderer Tiere beschrieben wird. Das dieses Buch jedoch fast mehr Zeit mit dem Mädchen Alina verbringt fand ich eher irritierend. Ich hätte mir wieder eine reine Wolfsgeschichte gewünscht, die in diesem Buch durch den menschlichen Charakter wirklich viel zu kurz kommt und zum Teil hätte ich den Titel "Alina" schon fast passender gefunden, so sehr wird die Figur von Fell manchmal an den Rand gedrängt. Dadurch wird die Handlung eigentlich mehr zu einem typischen Jugend-Abenteuer-Roman, als zu einer Geschichte mit handelnden Tieren, die ich mir von dem Autor erwartet hätte.

Zudem störend fand ich nicht nur die wirklich zu unwirklichen Handlungswendungen (rettende Pfeile aus dem Nirgendwo in letzter Sekunde etc.), sondern, dass in vielen Momenten wirklich übertrieben oft zu "deux-ex-machina-"-Umschwüngen gegriffen wurde um die Protagonisten von wirklich unlösbaren Problemen zu befreien.

Das Charaktere von Wolfsaugen jedoch wiederholt erwähnt werden regte meine Erinnerung sehr an und gab mir etwas von meinem damaligen Leseerlebnis zurück. Die Geschichte kann jedoch auch problemlos für sich gelesen werden, Wissen aus dem vorherigen Band ist nicht nötig, da Fells Situation und die seiner Umfelt ausreichend erklärt wird.

Das Englisch ist zunächst, gerade wegen der vielen wolfs-und naturspezifischen Begriffe etwas gewöhnungsbedürftig, aber dann recht flüssig lesbar.


Fazit:


Ein Roman, der meiner Meinung nach zu stark vom Prinzip seines erfolgreichen Vorgängers abweicht und somit zu einem typischen Jugend-Abenteuer-Roman wird, der jedoch als solcher ohne Erwartungen wie an den Vorgänger gut zu lesen ist.

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Titel: Fell
Autor: David Clement-Davies
Sprache: Englisch
Taschenbuch: 523 Seiten
Reiheninfo: 2. Band nach Wolfsaugen

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