Samstag, 27. Juli 2013

Die Judenbuche [Rezension]

Wenn schon mein Freund und eine Freundin von mir kürzlich diese Novelle gelesen haben, wollte ich sie auch schnell abgehakt haben. Damit ließ sich in einem Zuge auch noch mein schlechtes (Studium)-Gewissen beruhigen.


Inhalt:


Im Dorf B. treibt eine Bande mit Namen Blaukittel ihr Unwesen und stiehlt der Bevölkerung vermehrt Holz aus den umliegenden Wäldern, ohne dass ihnen jemand auf die Schliche kommen könnte. Dann geschieht jedoch ein Mord: ein Förster wird mit einer Axt erschlagen aufgefunden. Zu den Tatverdächtigen gehören jedoch nicht nur die Mitglieder der Diebesbande, sondern auch der Junge Friedrich, der sich kurz vor dem Mord noch mit dem Opfer gestritten hatte, ihm kann jedoch zunächst nichts nachgewiesen werden. Etliche Jahre später gerät er jedoch in dringenden Tatverdacht...

Mistys Meinung:


Da sich meine Freunde eher mit gemäßigter Begeisterung über diese Novelle geäußert haben hatte ich keine besonders hohen Erwartungen und bin von einem eher langweiligen Klassiker ausgegangen. Schon zu Beginn des Lesens war ich ganz von der Geschichte eingenommen und fand sie sofort sehr spannend. Die (mittlerweile) veraltete Sprache wertet den Stil besonders auf, ohne dass ich Probleme beim Verständnis gehabt hätte (obwohl ich zugeben muss, dass ich manche Begriffe sicherheitshalber nachgeschlagen habe).

Zudem brachte mich die Geschichte vermehrt tatsächlich zum Schaudern - manche Situationen besitzen eine zunächst oder gar nicht wirklich erklärbare Wendung, die ziemlich gruselig anmutet. Der Protagonist Friedrich ist in vielerlei Hinsicht ein Anti-Held und es gefiel mir zudem, dass man auch als Leser, ganz ähnlich wie die Figuren im Buch nicht in alles Einblick hatte was der Hauptcharakter treibt. So kann man selbst diverse Vermutungen anstellen und sich entweder auf seine Seite schlagen oder ihn für durchaus verdächtig halten. Nach ausreichend Jugendromanen mit glänzend-guten Helden fand ich auch diesen Umstand recht angenehm.

Die Handlung ist außerdem angenehm kurz, ohne dass ich das Gefühl gehabt hätte, dass es zu größeren Ausslassungen kommt. Dafür hält sich die Erzählung nicht mit (für mich) zu ausladenden Beschreibungen auf, was ebenfalls der Spannung zugute kommt.

Fazit:


Sehr empfehlenswerte, schnell zu lesende Novelle, die tatsächlich an mehreren Stellen für Schaudern beim Leser sorgt und wegen gewollten Leerstellen stets spannend bleibt.

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Titel: Die Judenbuche
Autorin: A. von Droste-Hülshoff
Sprache: Deutsch
Reclam-Band: 69 Seiten




Kommentare:

  1. Hallo Misty,

    hat mir auch sehr gut gefallen nicht nur weil ich es in der Schule mal lesen musste. Ist einfach eine Geschichte mit einem speziellen Reitz.

    Mein Tipp für Dich deshalb "Krambambuli" von M. v. Ebner-Eschenbach.

    LG..Karin..

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    1. Freut mich, dass das Kommentieren jetzt funktioniert hat. Danke für den Tipp, das Buch sollte ich wirklich auch einmal lesen :)

      Liebe Grüße

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  2. Hallo Misty,

    habe ich gerne gemacht und komme auch gerne wieder!

    Außerdem sind schreibende Frauen, was diese Art der Geschichten angeht ohnehin in der Minderheit in dieser Zeit.

    LG..Karin..

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