Freitag, 20. Juli 2012

FANTASTIK AG [Rezension]

Nach dem letzten, in jeder Hinsicht, ernsthaften Buch aus der Kategorie High Fantasy (da würd ich "A Song of Ice and Fire" zumindest einordnen) brauchte ich Lektüre mit etwas weniger Umfang und einer größeren Prise an Humor. Welche Kategorie kommt da in Frage, wenn man trotzdem bei Fantasy bleiben möchte?

Funny Fantasy! Ich selbst wusste nicht, dass eine solche Kategorie/ein solches Subgenre, wie auch immer, überhaupt gibt, bis ich in einem Piper-Prospektchen darauf gestoßen bin. Die Alliteration allein fand ich schon amüsant und kaufte mir also das einzige Buch, das darunter beworben wurde. Fantastik AG.


Handlung:


Hieronymus Melk ist Professor des Studiengangs der Fantastik. Genau genommen ist er der einzige Professor für diesen Fachbereich. Als dieser Studiengang wegen Budgetkürzungen gestrichen und er somit entlassen wird, macht er sich mit seinen festentschlossenen Studenten auf, einen Weg in die "Fernen Länder" zu finden. Genau genommen hat er einen Studenten, der dieses Fach studiert, dafür aber bereits im 27.Semester.

Durch Zufall und magische Hilfe gelingt es ihnen schließlich ein Tor zu den Fernen Ländern ausfindig zu machen und in die Welt einzutauchen, in der Elfen, Kobolde, Trolle und Zyklopen wirklich existieren. Die Theorie der Fantastik unterscheidet sich jedoch ,wie in so vielen anderen (seriöseren) Bereichen, stark von der Praxis und die beiden Akademiker stolpern von einer magischen Katastrophe in die nächste.


Mistys Meinung:


Wäre dieses Buch unter meine Lesenase gelangt, als für mich Fantasy allein beherrscht war von fleischreißenden, totmordgedankenloszerfetzenden Werwölfen, blutrünst-und dürstigen Vampiren und anderen ausschließlich gefährlich-ernsthaften Sagenwesen- und Welten, nun...dann hätte mich dieses Buch wohl nur mäßig begeistert, weil es fast auschließlich humorvoll an dieses Genre herangeht. Da es mich aber jetzt erreichte, in einer Phase da ich für Scherze darüber spätestens seit Kim Harrison zu haben bin, war ich begeistert.

Der Autor spielt mit den klischeehaften Eigenschaften der fantastischen Figuren, überspitzt die einen, vekehrt andere überraschend ins Gegenteil und erzielt damit einen ausgesprochen komischen Effekt. - Einfacher gesagt: Das Buch ist wirklich lustig!

Dabei lässt er (noch immer der Autor) es sich nicht nehmen im Verlauf der Handlung immer wieder satirische Seitenhiebe (na das war jetzt auch so eine Alliteration) auf die Literaturwissenschaft auszuführen, die mich ganz besonders zum Lachen anregten.

Wer es also gern mit verrückter Literatur à la Walter Moers und Terry Pratchett aufnimmt, für den ist dieses Buch sicher auch ein (drachenatem-)heißer Tipp!

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Titel: FANTASTIK AG. Ein Epos aus den Fernen Ländern
Autor: Jan Oldenburg
Sprache: Deutsch
Taschenbuch: 346 Seiten

Kommentare:

  1. Huhu, ich habe dir heute einen Award verliehen:
    http://lesemausimbuecherhaus.blogspot.de/2012/07/neuer-blog-award-passend-zum-100-post.html

    Ich hoffe, du hast ihn noch nicht und freust dich darüber :-)

    Liebe Grüße
    LeseMaus

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  2. Ich bin jetzt schon mehrmals an dem Buch im Laden vorbeigegangen. Die Leseprobe hat mir sehr gefallen und nun überlege ich andauernd, ob ich es einfach wagen soll. Immerhin kann es ja immer sein, dass nur der Anfang gut ist ... Sieht so aus, als könnte ich bedenkenlos zugreifen :)

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  3. Also mir hat es durchgehend recht gut gefallen, der Humor ist halt vermutlich nicht für jeden Leser :)

    Aber ich würds Wagnis eingehen :D

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  4. Danke für den Tipp Misty, klingt als würde es mir auch gefallen :) Wie gefällt dir der Moers bis jetzt? Ich liebe die "Stadt der Träumenden Bücher". Der Nachfolgeband ist leider etwas abgefallen, aber es soll ja noch ein Nach-Nachfolger kommen nächstes Jahr. LG Vicky

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